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Ingrimm - Ungeständig

Ungeständig so der Titel des neuen Ingrimm Albums und gleichzeitig das erste Lied der Hörprobe, die mir zur Verfügung gestellt wurde.

Zum Anfang lock ein Klavierintro den Zuhörer ein, die Welt der Süddeutschen Mittelalterrockband zu betreten. (Gleich hier eine Anmerkung des Schreibers. Ein Klavier hat es verdient, mit einem Mikrofon abgenommen und gespielt zu werden. So könnte man der Band stumpfes Programmieren nachsagen, was der Melodie und dem Sinn eines Intros nicht gerecht wird.)  Fast nahtlos beginnt nun das eigentliche Lied und schnell wird klar, da beherrscht jemand sein Instrument. Die Drehleier von Hardy übernimmt den Part, der bei anderen Bands leider viel zu häufig von mittelmäßigen Keyboards geschrottet wird und wertet somit den Stil von Ingrimm gleich auf. Die Rhythmusfraktion um Alex,Alex und Mugl prischt tight nach vorne und lässt den Zuhörer schon erahnen, was ihn im Moshpit des nächsten Konzertes erwartet. Würde nicht Bine mit ihrer Geige eine schöne Fläche drunterspielen, könnte man auch vermuten dass gleich die Blastbeats der Apokalyptischen Reiter losknüppeln, aber die Geige spielt ja.
Ich muß ehrlich zugeben, dass mir die Stimme von Renè zwar gut gefällt, sich aber unsere Sprache in meinen Ohren nicht wirklich für diesen Gesangstyp eignet. Ich habe in meiner Phantasie ein Simultanübersetzung mitlaufen lassen und bin überzeug, dass Ingrimm auch mit angelsächsischer Zunge den ein oder anderen Hit landen könnte. Doch das ist wie gesagt Geschmacksache. 
Der Text ist bissig, die Reime schmissig und die gelegentlichen Growls geben dem Ganzen die kleine Priese Härte, die die Band von anderen in der Szene unterscheidet.
Im weiteren Verlauf öffnet sich die Stimmung und geht zu einer klassischen Metalballade auf, die so auch Ende der achtziger einer Feder entsprungen sein könnte (hier als Kompliment zu verstehen).
Mit etwas über zwölf Minuten, kommt der erste Track auch tatsächlich in der typisch Mariner eines Metalepos daher und nach der balladesken Pause dreschen die Drums und somit alle anderen auch wieder ordentlich rein. Freunde der Band kommen auf ihre Kosten und Neulinge bekommen sicherlich Lust auf mehr.

Sag mit nicht: 
der zweite Track der Hörprobe ist schnell beschrieben. Mittelaltermetal, voll auf die Fresser, kein Schnickschnack und einfach nur ab dafür. Sicherlich auch ein gutes Livestück, bei dem der anwesende „Pöbel“ mitzugröhlen hat und dies bestimmt gerne tut.

 

 

 

Stein auf Stein:
so der Name des dritten Liedes. Ein schönes Midtempo-Stück das recht gut beschreibt, dass das Mittelalter alles andere als romantisch und schön war. Harte Arbeit war das tägliche Brot und dies war auch noch oft schimmlig und hart. Große Burgen, Wehranlagen und Stadtmauern künden noch heute von großen Herrschern und Reichen, aber die, die diese Mauern errichtet haben, die hat man meist längst vergessen.

Vogelfrei:
das vierte und letzte Lied der Hörprobe kommt mit einer schmissigen Hookline daher und wird bestimmt ein Livekracher für alle Fans. Schönes Tempo, ein Bass der ein wenig nach vorne spielt, die Melodie von Geige und Leier sind gut gesetzt und die Klampfe schmettert gelegentlich schöne Stakkatos dazwischen die ein wenig an Jon Schaffer von Iced Earth erinnern. Überraschend ist auch hier mal wieder der ungewöhnliche Einsatz der Drehleier der zeigt, dass man die Kurbel wohl doch nicht nur ein eine Richtung drehen kann und sich als Musiker nicht von Konventionen aufhalten lassen darf.

Fazit:

Als studioerfahrene Musiker gibt es mit Sicherheit einige Dinge die ich für mein privates Ohr gerne verbessert hätte, aber kommt es darauf wirklich an? Ich denke erst mal nicht. Wichtig ist nur, dass die Band hinter dem steht was sie macht und die Leute auf den Konzerten ihren Spaß haben. Sicher könnte der Gesang noch eine Prise besser abgemischt und gemastert sein; auch die Geige kommt, was schnelle Melodiebögen betrifft etwas zu kurz, aber was soll‘s. Fans dürfen sich auf die Platte freuen und Einsteiger können sich davon gerne überzeugen lassen. 

Wertung:     

Euer Thoron

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