W E R B U N G
Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Lindemann - Skills In Pills

Das von vielen (auch mir) seit langem herbeigesehnte neue Rammstein – Album lässt auch im Jahr 2015, sechs Jahre nach dem letzten Langspieler „Liebe ist für Alle da“, leider noch auf sich warten. Ein Trostpflaster gibt es aber dennoch: Till Lindemann, seines Zeichens Sänger und Frontmann von Rammstein, hat sich mit Peter Tägtren, Metal – Produzent und Musiker der Bands „Hypocrisy“ und „Pain“ aus Schweden zusammengetan und das Duo „Lindemann“ ins Leben gerufen. Pläne zu einem gemeinsamen Projekt gab es wohl schon länger, seit 2015 existiert „Lindemann“ aber ganz offiziell und so legen Peter Tägtren und Till Lindemann mit „Skills in Pills“ auch ihr erstes Album unter diesem Namen vor.

 

Selbstverständlich drängt sich bei diesem Album der Vergleich zu Rammstein gerade zu auf, daher sei gleich vorneweg gesagt: Ja, „Skills in Pills“ erinnert, nicht zuletzt durch Till Lindemanns Stimme, aber auch durch die wuchtige Instrumentalisierung und die verrückten bis nachdenklichen Texte, die jedoch alle auf Englisch vorgetragen werden, sehr oft durchaus an Rammstein. Und doch kopieren Till Lindemann und Peter Tägtren die Band nicht einfach, sondern drücken ihrem Album auch seinen ganz eigenen, sehr markanten Stil auf.

 

Alle Instrumente wurden durch Peter Tägtren eingespielt und dieser hat mit dem Soundgewand, das er dem Album unterlegt, ganze Arbeit geleistet. Brachiale Riffs wechseln sich mit ruhigen und melodischen Passagen ab, das ganze wird immer wieder durch Electro – Elemente durchsetzt. Hier wird dem Ohr so einiges an verschiedenen Facetten geboten, die ein sehr stimmiges Gesamtbild ergeben. In dieses fügt sich dann auch Till Lindemanns Gesang ein, dessen englische Aussprache sehr oft ins Zentrum der Kritik gelangt, mir persönlich aber nicht negativ auffällt. Till Lindemann liefert hier eine tolle Performance ab, im Zuge derer er auch verschiedene Variationen seiner Stimme ausspielt und, trotz der englischen Texte, doch an seine Gesangsleistungen bei Rammstein erinnert.

 

Zu den einzelnen Songs, derer es Zehn reguläre und einen zusätzlichen in der Limited Edition gibt, ist zu sagen, dass sich wirklich alle im oberen Qualitätsbereich ansiedeln. Ausreißer nach unten habe ich nicht feststellen können, sicher findet man seine Favoriten, doch der hier dargebotene Sound ist derart stimmig und mitreißend, dass es insgesamt kein Lied auf dem Album gibt, mit dem gar nichts anfangen könnte. Einige von ihnen könnten ohne weiteres zu neuen Hits avancieren, was auch an den größtenteils sehr eingängigen Refrains liegt, die sofort ins Ohr gehen. Hiervon betroffen sind vor allem der Titelsong „Fish On“, „Cowboy“ oder die erste Single „Praise Abort“ betroffen. Doch auch Songs, die zunächst nicht ganz so zugänglich erscheinen, was bei mir etwa bei „Children of the Sun“ und „Home, sweet Home“, letzteres ist im Übrigen auch eine Halbballade, der Fall war, können sich nach mehrmaligem Hören zu richtigen Ohrwürmern entwickeln.

 

Als Rammstein – Hörer und Fan der Arbeit Peter Tägtrens war ich sehr gespannt darauf, wie diese deutsch – schwedische Zusammenarbeit klingen würde. An der Qualität des Werks hatte ich keine Zweifel, kommen hier doch zwei sehr versierte Musiker zusammen und letztlich hat es sich bestätigt, dass mit „Skills in Pills“ ein grandioses Album gelungen ist, das an Rammstein anmutet und dennoch frisch klingt. Ein besserer Einstand ihres Projekts hätte Peter Tägtren und Till Lindemann wohl kaum gelingen können, bravo! Und auch, wenn ich mir noch immer ein neues Rammstein – Album wünsche hoffe ich doch sehr, dass wir in Zukunft noch mehr von „Lindemann“ zu hören bekommen. Weiter so! 

Anspieltipps:

Skills in Pills

Children of The Sun

Home Sweet Home

Yukon

Praise Abort

 

Wertung:      

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