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Carach Angren - This is no Fairytale

Der Winter geht langsam zu Ende, der letzte Schnee verschwindet und erste Sonnenstrahlen, die den Frühling ankündigen, zeigen sich am Himmel - so jedenfalls sieht hier momentan die Wetterlage aus, doch in musikalischer Hinsicht weist das noch junge Jahr weiterhin den einen oder anderen sehr düsteren und nur wenig fröhlich gestimmten Moment auf. So verhält es sich auch mit „This is no Fairytale“, dem neuen und vierten Album der niederländischen Symphonic Black Metal – Band „Carach Angren“, welches ich in dieser Review vorstellen möchte.

Ein beklemmend wirkendes Cover und dieser Albumtitel, der auch nicht gerade dazu geeignet ist, aus einem eventuellen Stimmungstief zu entfliehen – Carach Angren machen recht schnell deutlich, woran man bei diesem Album ist. Nämlich bei einem sehr düsteren Werk, welches als Konzeptalbum angelegt ist und eine durchgehende Geschichte erzählt. Entsprechend ist es auch schwer, die Songs im einzelnen zu betrachten, da sie zusammen eine Einheit ergeben. Dies bitte auch am Ende bei den Anspieltipps beachten, ich habe exemplarisch ein paar herausgenommen, aber dennoch sollte das Album als Ganzes verstanden und gehört werden. Nach dem atmosphärisch sehr dichten, beklemmenden Intro „Once upon a time“, welches einem spätestens als die Chöre einsetzen, durchaus einen Schauer über den Rücken jagen kann, beginnt mit „There is no place like home“ die Erzählung. Grob gesagt handelt es sich dabei um zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge, die unter furchtbaren Verhältnissen leben: Der Vater ist alkoholabhängig und vergeht sich an den Kindern, zudem ist er ihrer Mutter gegenüber in hohem Maße gewaltsam, welche ebenfalls süchtig nach Alkohol und auch Drogen ist. Eines Nachts starten die Kinder einen Fluchtversuch. Ob ihnen dies gelingt, wie es mit ihnen und ihrer Familie weitergeht und wie die Geschichte letztlich endet, das alles sollte der Hörer selbst herausfinden und entsprechend möchte ich dazu hier nichts verraten. Ich kann nur sagen, dass es sich lohnt, die Texte mitzulesen, allerdings sollte man dafür gute Nerven mitbringen, denn was da beschrieben wird, ist wirklich harter Tobak. Carach Angren beschönigen da nichts und kommen ganz direkt zur Sache, wenn die Mutter etwa als „Fucked up on heroin, wine and pills“ beschrieben wird. Aber das ist, im Vergleich was in den späteren Songs an Text und vor allem Inhalt geboten wird, noch gar nichts.

Die musikalische Untermalung des Ganzen ist passend düster und teils auch unheimlich und bedrohlich ausgerichtet, die symphonischen Elemente nehmen einiges an Platz ein, wirken aber nie deplatziert oder aufgesetzt, sondern bestärken die unglaublich beklemmende und intensive Atmosphäre. Der Gesang besteht größtenteils aus für den Black Metal typischen Screams, immer wieder greift der Sänger aber auch auf tiefe Growls zurück.

„This is no Fairytale“ ist kein leichtes Stück Musik und das nicht nur inhaltlich. Mit nebenbei hören wird man nicht weit kommen, man sollte dem Album die volle Aufmerksamkeit widmen, da essich erst erst dann wirklich erschließt. Carach Angren lassen den Hörer hier in eine Geschichte abtauchen, die beklemmend, düster und schockierend wirkt und entsprechend sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Musikalisch ist es ein sehr gutes Album,das jene, die düsterer und melancholischer Musik etwas abgewinnen können, sehr zufriedenstellen sollte. Danach wird aber dringend das Anhören motivierender, positiver Musik empfohlen, sonst wirkt auch ein heller Frühlingstag trist und dunkel.

Anspieltipps:

There is no place like home

When crows tick on windows

Two Flies flew into a black sugar cobweb

The witch perished in Flames

Wertung:     

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