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Torfrock – Meisterstücke

Die norddeutschen Rocker, Marke Urtyp, haben nun, vier Jahre nach der letzten Veröffentlichung der Compilation „Neues aus Torfmoorholm“ und ganze 13 Jahre nach dem letzten Studioalbum, eine, besser zwei neue CDs am Start.

Meisterstücke“ heißt dieses Doppelalbum, das randvoll mit neuen Stücken und alten Hits bestückt wurde. In einer Bandgeschichte ändern sich Lieder oftmals mit der Performance auf der Bühne, deswegen präsentieren sich die altbekannten Songs hier in einem, bisher noch nicht auf CD gepresstem, Gewand.

Die Mischung aus Norddeutsch-Plattdütsch und Rock fetzt wie eh und je. Auch die Mixtur aus den unterschiedlichsten Musikstilen passt.

Für Menschen, die des Norddeutschen nicht mächtig sind, werden Lieder wie „Midde Band“ und „No Chanze for Romanze“ eine kleine Herausforderung darstellen, denn hier wird nicht nur Platt gesungen. Besonders ist hier der Umgang mit Norddeutsch-Platt, Hochdeutsch und Englisch in einem Satz.

Ein bisschen Tüddelkram kann ja niemals schaden.

Sonntagsjäger“ ist in dieser Kategorie zu verorten. Schwarzer Humor trifft auf einen einfachen, aber eingängigen Text. Ein kurzweiliges Stück, das wirklich Spaß macht.

Ihre klangliche Vielfalt beweisen Torfrock mit „Sangria por favor“. Ein stylischer Bossa Nova entfaltet eine feurig, spanische Atmosphäre. Wer sich diese Kombination aus Torfrock und einer Art Bar-Lounge-Sound nicht vorstellen kann, der sollte sich dieses Lied unbedingt einmal zu Gemüte führen. Einmalig.

Weiter geht es gleich mit dem Kracher schlechthin „Volle Granate Renate“. Stimmlich rau und tief, hat sich das Lied in dieser Version schon verändert. Trotzdem einfach ein Klassiker!

Geistergeschichten aus Norddeutschland müssen sich wohl genau so anhören wie „Schimmelreiter“. Großartiger Einsatz von der Flöte, die dem Lied eine interessante Note verleiht. Beim Mitsingen des Refrains ist allerdings Vorsicht geboten, Zungenknoten-Gefahr. Ein Lied mit einer ungeahnten Wende.

Die inoffizielle Hymne für… Norddeutsche, Rocker, Motorradfahrer, Torfrockfans uvm… darf nicht fehlen. „Beinhart“ also lass kesseln.

Klangvoll, folkig beginnt ein brandneues Lied. „Rollos Erleuchtung“ wird von Flöte und Gitarre untermalt. Wer Rollo nicht kennt, dem sei gesagt, er ist ein Wikinger, dem in den Liedern von Torfrock schon allerhand passiert ist. Eine klassische Ballade, die den perfekten Ausklang für die erste CD bietet.

Auf der zweiten CD geht es im Stil von US-Rockern weiter. „Hey Joe“ ist oldschool Rock auf Platt.

Auch den Rock’n’Roll beherrschen Torfrock. Zu hören bei „Die Bagaluten-Band“. Unfassbar, aber sie schaffen es immer wieder, einen Musikstil so zu interpretieren und für sich anzunehmen, dass es perfekt passt.

Presslufthammer B-B-Bernhard“ gehört auf jeden Fall zu den sprachlichen Leckerbissen. Wenn ich für diejenigen mal zitieren darf, die sich mit der Materie nicht auskennen: „Rattata zong, rattatta zon, weg ist der Balkon, dong.“ Über die Beziehung eines Mannes zu seinem Presslufthammer.

Den Rollo kennen wir bereits. Hier kommt nun sein Lied „Rollo, der Wikinger“. Wolltet ihr schon immer wissen, wie es früher bei den Wikingern war? Dann solltet ihr dieses Lied mal anhören.

Ein weiterer Protagonist ist „Willi, die Ratte“. Einmal eine ganz neue Sichtweise auf die Dinge.

Mit „Torfmoorholm sagt Gute Nacht“ geht dann die zweite Scheibe zu Ende. Ein Schlaflied der besonderen Art. Ein leichtes Stück mit Gitarrenuntermalung und Chor.

Fazit: Ein echtes Schmankerl für alle Fans. Natürlich hat man es hier mit einer Musik zu tun, die eigenwillig ist, aber auf ihre Art und Weise sehr sympathisch. Torfrock sind nun seit vielen Jahren besonders in der norddeutschen Musiklandschaft verankert. Dementsprechend auch bekannt und geschätzt für das, was sie tun. Viele sind mit dieser Musik groß geworden, andere wurden erst später damit ´infiziert‘. Auf jeden Fall steht das Album sehr gut in der Tradition und in dem Weg der Band.

Wertung:     

Eure JayC

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