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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Unzucht – Venus Luzifer

Am 14.11.2014 erscheint endlich das neue Album von Unzucht, Venus Luzifer und diesmal habe ich die Ehre euch das Album vorstellen zu dürfen. Mit Venus Luzifer haben Unzucht ein Album geschaffen das in vielen Songs überrascht. Unzucht schlagen ganz neue Töne hier an.

Der erste Song Wir sind das Feuer startet schon mal großartig mit einem Chorgesang und einer furiosen Melodie. Es geht in dem Song zwar nicht um die Wiedervereinigung vor 25 Jahren, darf aber gerne als Verbeugung vor den wirklichen Helden der friedlichen Revolution in der DDR verstanden werden. Sie haben gezeigt, was man bewegen kann, wenn man zusammen hält. (Zitat Der Schulz). Ein wirklich fantastischer Song der für mich eigentlich prima auf die Feier zur Wiedervereinigung gepasst hätte.

Mit dem zweiten Song Seelenblind haben Unzucht den eingängigsten Song auf dem Album veröffentlicht. Es geht um den bekannten Kampf gegen Ignoranz und Egoismus den ein jeder von uns immer wieder kämpft. Ein eher ruhiger Song der mir jedoch unter die Haut geht.

Das Denkmal fällt ist ein eher ungewohnter Sound für Unzucht. Härter und lauter als gewohnt, mit einem sehr harmonischen Refrain. Hier zeigt Daniel De Clercq was er so drauf hat, er singt den Song. Der Schulz hält sich dezent im Hintergrund.

Ikaria ist einer meiner Favoriten auf dem Album. Ein wirklich unglaublich schöner Song in dem es darum geht das man den Mut haben sollte für seine Träume zu kämpfen, sie zu verwirklichen. Den Mut für Neues zu haben und nicht an alten Angewohnheiten festzuhalten. Angelehnt ist der Text an die Ikarus-Saga, gemischt mit Phönix aus der Asche. Ikaria ist die Insel auf der der Legende nach Ikarus begraben wurde.

Nimm mich mit war eigentlich als Bonustrack gedacht, aber das Lied ist so großartig geworden das es unbedingt auf das Album drauf musste. Ein schöner rockiger Song der einen dazu bringt das man nicht mehr still sitzen möchte.

Auch mit dem Song Unendlich zeigen Unzucht wie hart sie sein können. Ein eher untypischer Unzucht Sound bei dem aber die ruhige harmonische Komponente nicht fehlen darf. In dem Song sind alle Aspekte des Albums zusammengefasst.

Den Song Neugeboren kann man am besten mit den Worten von Daniel Schultz beschreiben: der Text beschäftigt sich mit der Ambivalenz unserer Zeit und unserer Wohlstandsgesellschaft. Der übertriebene Reichtum der einen funktioniert nur auf dem Rücken der anderen. Das kann man sehr deutlich in unserem Land beobachten, aber noch verheerender wirkt es sich global aus. Da weiß auf der einen Seite der Multimilliardär nicht, wie er alle seine Luxusyachten gleichzeitig nutzen soll und auf der anderen Seite stirbt stumpf alle paar Sekunden ein Kind an den Folgen von Armut. Was sind wir bereit, der materiellen Befriedigung der uns eingeredeten Bedürfnisse zu opfern? Globale Ausbeutung der Menschen und der Ressourcen durch die Konzerne ist die Grundlage der freien Marktwirtschaft und die Weiterführung des Kolonialismus mit anderen Mitteln. Und sie ist auch die wahre Ursache der meisten Kriege. Wirklich zufriedene Menschen kann man nicht zu Krieg und Terror und auch nicht zu übertriebenen Konsum verführen.

Auch diesen Song mag ich sehr gerne. Unzucht trifft hier meiner Meinung nach den Wunden Punkt unserer Zeit haargenau.

Im Song Schweigen geht es um den plötzlichen Tod eines guten Freundes. Unzucht haben dieses Thema ja schon auf der Rosenkreuzer verarbeitet (Nur die Ewigkeit). Dieser Song geht mir besonders unter die Haut weil ich auch schon so eine Situation verarbeiten musste. Die Kraft die man benötigt um die Trauer, den Schmerz und den Schock verarbeiten zu können ist oft nur schwer zu finden und man wird trotzdem immer wieder daran denken. So ein Ereignis begleitet einen sein Leben lang und jeder der schon mal einen geliebten Menschen verloren hat, der findet sich in diesem Song wieder.

Leidbild ist mein absoluter Lieblingssong auf dem Album. Eine wunderschöne Melodie, ein superschöner Text mit Tiefgang. Es geht hier darum warum manche Menschen leiden müssen, ob selbst verschuldet oder nicht und warum manche Menschen sich in ihrer Opferrolle, in ihrem Leid selber so gefallen und sich darin suhlen. Ein Phänomen unserer Zeit. Regt zum nachdenken an.

Mit Krieg haben Unzucht den bisher härtesten Song ihrer Bandgeschichte abgeliefert. Harte Gitarrenrythmen, ein Daniel De Clercq der zeigt was an Härte in ihm steckt und wenn man sich die Drums anhört, kann man sich vorstellen wie Toby zum Tier mutiert. Wie der Titel schon so schön sagt, es geht hier um Krieg, aber nicht nur um die Kriege in dieser unserer Welt, sondern auch um den Krieg der in uns selber tobt und der oft der Auslöser ist für die Kriege in der Welt.

Mein Grab ist die Ballade und der letzte Song des Albums. Eine wunderschöne Melodie mit einer grandiosen düsteren Klavierlinie von Alex Blaschke. Der Text spricht für sich: "Ich denke, also trinke ich - ich trinke meinen Tod...". Ein düsterer Song der ergreifend ist. Für mich einer der genialsten Songs von Unzucht.

Fazit: Zusammenfassend kann ich sagen das mir das Album schon sehr gut gefällt, ok, vielleicht haben mir die vorherigen Alben ein bisschen besser gefallen, aber nur minimal. Unzucht zeigen mit Venus Luzifer mal wieder wie vielschichtig sie sind und das sie nun mal in keine Schublade passen. Ich kann das Album jedem empfehlen. Es ist großartig geworden.

Wertung:     

Eure Christina

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