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Tanzwut – Eselsmesse

Drei Jahre nach ihrem letzten Mittelalter-Album Morus et Diabolus haben Tanzwut mit Eselsmesse endlich wieder ein Mittelalter-Album veröffentlicht. Der Titel bezieht sich auf ein im Mittelalter als Messparodie entstandenes Narrenfest des niederen Klerus. Kurz nach Veröffentlichung ihrer aktuellen Rock-CD „Höllenfahrt“ (06.09.2013) fruchteten die Ideen und sie waren wieder im Studio um genau 9 Monate später, am 6. Juni 2014, uns mit neuen mittelalterlichen Stücken zu begeistern, die zum Tanzen und Mitsingen einladen. Hervorzuheben ist auch die Zusammenarbeit mit Jule Bauer (Triskilian) und den französischen Ausnahmekünstlern Entr’Act. Letztere bereichern mit Ihren ausgefallenen Instrumenten den Song „Der Eselskönig“. Bei dem Lied „Unsere Nacht“ wird man sowohl Jule´s Nyckelharpa-Spiel hören können, wie auch ein Gesangsduett mit Teufel. Mit im Studio waren nicht nur externe Gastmusiker, sondern auch der Rock-Schlagzeuger Shumon mit der Sitar. Spannend und makaber war der Einsatz des Quijada de Burro (Eselskiefer), den man mit Stock und Schlägen zum Schnarren und Rasseln bringt. Auch wurden Jakobsmuscheln als Rhythmusinstrument verwendet. Neben dem Eselskiefer und den Muscheln kommen aber auch normalere Instrumente wie Sitar, Nyckelharpa und diverse Schlagwerke, Dudelsäcke, Maultrommel, Flöten und Glocken zum Einsatz.

Das Album startet mit einem kurzen Intro das einen schon mal so richtig einstimmt auf die folgenden Songs.

Der erste Song nach dem Intro heißt Asinum Chorum ist ein instrumentaler Song der gleich richtig Stimmung macht. Man kann sich direkt vorstellen wie Gaukler loslegen und wie die Fackeln leuchten.

Eselskönig ist der Song bei dem Entr’Act ihren Teil dazu beigetragen haben. Die Mischung aus Melodie und dem Gesang von Teufel machen diesen Song zu etwas besonderem. Die verschiedenen Instrumente die hier zusammen kommen sorgen dafür das Eselskönig ein mit reissender Song ist.

Mit Saturnalia haben Tanzwut einen Song geschaffen der dazu einlädt sich fallen zu lassen und zu tanzen. Auch dieser Song ist instrumental. Der Rhythmus reißt einen mit, man möchte tanzen, lachen und alles um sich herum vergessen. Ein wirklich großartiger Song und einer meiner Favoriten.

Lux Hodie ist ein Song der mich irgendwie melancholisch stimmt. Er ist eher ruhig und gediegen. Der Gesang von Sänger Teufel erinnert ein bisschen an ein gesungenes Gebet. Auch hier ist die Mischung aus den verschiedenen Instrumenten wie bei eigentlich allen Songs sehr stimmungsvoll.

Der sechste Song Rhoslese ist wieder ein Instrumentalsong, diesmal einer der eher ruhigeren Art, aber nicht weniger mit reissend. Mich bringt der Song eher zum träumen.

In Unsere Nacht singt Teufel ein Duett mit Jule Bauer von Triskilian und ich muss sagen, die Beiden klingen einfach fantastisch zusammen.

Siria ist wie schon Rhoslese ein eher ruhigerer Instrumentalsong. Aber genauso stimmungsvoll, melodisch und wundervoll.

Im Song Gregis Pastor Tityrus wird Bezug genommen auf die Geschichte hinter dem Album Titel. Die Eselsmesse, ein im Mittelalter als Messparodie entstandenes Narrenfest des niederen Klerus. Verkleidet feierten die Geistlichen ein eher weltliches Fest. In Art der "verkehrten Welt" trugen die Teilnehmer Tierkostüme und antworteten dem Segen des für diesen Tag ernannten Narren- oder Eselsbischofs mit zweideutigem Messgesang und Tierlauten, wie dem typischen IA IA. Der ruhige, getragene Gesang zieht einen definitiv in seinen Bann.

Par Deus ist ein wunderschöner Instrumentalsong der zwar auch ruhig, aber mitreissend ist. Auch hier bringen einen die mittelalterlichen Instrumente einen zum träumen.

Im Song Orientis Partibus wird die Bedeutung des Esels besungen. Im kirchlichen Sinne auch das Tier welches Christi im Leben begleitete und ihm näher stand als Päpste oder Bischöfe. (Aus dem Morgenlande kam, uns ein Esel..).

 

 

Briesel Occultum ist ein stimmungsvoller Song, instrumental mit einer tollen Melodie. Der Trommelpart in diesem Song macht einfach nur Lust auf mehr und wenn dann noch die anderen Instrumente wieder einsetzen geht das Fußwippen gleich weiter.

Zieh mit mir, der letzte Song auf dem Album ist eine Einladung an uns alle mit zu machen bei der Eselsmesse. Tanzen, zotige Lieder singend, die Messliturgie verulken und Schabernack treibend – durchdrehend und nicht an das Morgen denken. All das macht schließlich die Eselsmesse aus.

Tanzwut gelingt es wieder einmal für uns das Mittelalter lebendig zu halten. Das Album lässt uns teilhaben an einer Zeit, als man noch von Spielleuten und Narren auf Marktplätzen, in Tavernen und auf Burgen unterhalten wurde.

Fazit: Alles in allem kann ich das Album jedem empfehlen der sich für Mittelalterliche Musik begeistern kann. Ich selber bin zwar eher ein Fan der Rockalben von Tanzwut, aber Eselsmesse hat auch mich in ihren Bann geschlagen.

Wertung:     

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