W E R B U N G

Accept - Blind Rage

2014 ist ein Jahr der Neuerscheinungen und da schnappt sich die deutsche Heavy Metal – Band Accept auch ein Stück vom Kuchen. Mit „Blind Rage“ schlägt Accept zum dritten Mal seit ihrer Wiedervereinigung zu. Das dritte Album mit dem Amerikaner Marc Tornillo am Gesang, der Gründungsmitglied Udo Dirkschneider seit 2009 ersetzt. Doch wie klingt Accept 2014 denn nun? 

Zunächst muss man sagen, dass der Titel „Blind Rage“, zu Deutsch etwa „Blinde Wut/Blinder Zorn“ eigentlich unpassend ist: Abgesehen vom Fehlen eines Titeltracks assoziiert man diesen Titel automatisch mit etwas rasend schnellem, jedenfalls erging es mir so. Nun, Accept bieten auf ihrem neuesten Output durchaus einige Geschwindigkeits – Songs, insgesamt ist das Tempo aber eher gedrosselt und macht einer teilweise sogar episch anmutenden Soundkulisse platz. Schaden tut dies dem Album jedenfalls nicht, denn was Accept mit „Blind Rage“ vorlegen, ist wirklich ein Stück Heavy Metal par excellence und beweist, dass dieser auch langsamer funktioniert.

Beginnen tut alles wie gehabt: „Stampede“ heißt der Album – Opener, und der geht gleich mal in die Vollen. Schnelle Riffs, Marc Tornillos Stimme und ein Refrain, der mühelos seinen Weg in die Gehörgänge findet, bilden einen typischen Accept – Song und einen Opener, wie man es von der Band erwartet. Wesentlich bedächtiger geht es dann schon mit „ Dying Breed“ zu Werke: Das Tempo wird gedrosselt, eine teilweise wehmütige Atmosphäre macht sich breit. Das ist etwas, was auf diesem Album nicht nur einmal geschehen soll. Inhaltlich liegt eine Art Tribut an die Metal – Szene vor, wobei auch so manch sehr bekannter Band durch umgedrehte Namen gehuldigt wird, sodass durchaus „Sabbath Black“ oder „Purple Deep“ Erwähnung finden.

 

 

Wo wir grade beim Inhalt sind, ist dies ein Punkt, der zu diesem Album auch unbedingt angesprochen gehört. Denn die Themen, mit denen Accept sich auf „Blind Rage“ auseinandersetzen sind wohl durchdacht und teilweise sehr tiefgründig. „Wanna be free“ etwa handelt von Missständen, Kriminalität und dergleichen und dem Wunsch, hieran etwas zu ändern. Mit „Dark Side of my Heart“ ist ein Song über Liebeskummer vorhanden, während sich „Fall of the Empire“, das in seiner Instrumentalisierung teils beinahe schon an Doom Metal erinnert, mit dem, was durch Egoismus oder Gier aus unserer Welt wird, befasst. Fröhlich stimmen tun die Themen, die die Band hier anschneiden wohl nicht und wer weiß, vielleicht resultiert daraus ja auch der Albumtitel. Wut und Zorn auf das Schlechte in der Welt, wie sie sich in vielen der Texte widerspiegelt.

 

Fazit: Trotz dieser nachdenklichen Ausrichtungen in den Texten machen die Lieder auf „Blind Rage“ unglaublich viel Spaß und klingen voll und ganz nach Accept. Songs wie etwa die bereits erwähnten „Stampede“ und „Dark Side of my Heart“ versprühen klassische Heavy Metal – Atmosphäre und hätten durchaus auch auf einem der vorhergehenden Alben stehen können. Insgesamt ist „Blind Rage“ eben eine Spur langsamer und teilweise pompöser inszeniert, etwa durch Choreinsätze. Der typische Sound der Band geht dadurch jedoch nicht verloren, weshalb „Blind Rage“ Anhänger von Accept durchweg zufrieden stellen sollte. Für mich ist es von den drei bisherigen mit Marc Tornillo jedenfalls das Beste. Es handelt sich um ein vielseitiges und abwechslungsreiches Heavy Metal – Album, welches nicht nur für Accept – Fans großartige Songs bietet.

 

                      Anspieltipps:

                     Wanna be free

                      Stampede

                      Dark Side of my Heart

                      Dying Breed

                      The Curse

Wertung:     

Zum Seitenanfang