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Axel Rudi Pell – Into the storm Deluxe Edition

„Was will man über Axel Rudi Pell noch schreiben?“, wird manch einer Fragen. Nun, klar eine Band bzw. ein Künstler wie er hat in 25 Jahren bereits eine eingefleischte Fangemeinde und einiges an Material vorzuweisen; an mir ist Herr Pell mit seinen Mannen bis vor einiger Zeit jedoch ehrlich gesagt spurlos vorbeigegangen. 

Obwohl ich seit mehr als 20 Jahren den harten Tönen zugewandt bin konnte ich bisher nicht viel mit dem Namen anfangen, was sich aber mit diesem Album positiv geändert hat.


Schon vor einiger Zeit auf dem Wacken live gesehen wollte ich mich seitdem gerne näher mit ihm befassen und just flatterte mir von Tommek die CD zum Testhören ins Haus. Doch von vorn:
Vorliegende Deluxe Edition des Albums kommt mit 2 CDs: Zum einen das Album und zum anderen eine Bonus Disc mit 3 Live Bonus Songs („Nasty Reputation“, „Strong as a Rock“ und einem gut 13 Minütigen Medley“). Über Sinn und Unsinn solcher recht schmal gehaltenen Bonus – Discs mag man streiten aber Sammler wird’s freuen und die Audioqualiät der Songs stimmt (Video kann ich nicht beurteilen).
Widmen wir uns dem eigentlichen Album, dass mit einer Keyboardintro „The inquisitional procedure“ startet. Solcherlei Intros sind Oldschool und passen hier wie die Faust aufs Auge. Weiter geht es mit „Tower of Lies“, der mit ordentlichem Tempo vorwärtsgeht und mit melodischem Chorus zu gefallen weiß.
„Long way to go“ kommt etwas gemächlicher aber nicht minder kraftvoll daher und auch hier fräst sich der Chorus schön in die Hirnwindungen.


Ein schön dreckig hingerotztes Riff eröffnet „Burning Chains“, ein Rocker der Spaß macht und zum Kopfnicken einlädt und mit seiner Hammond an Purple erinnert.
Danach wird es kuschelig. „When truth hurts“ startet mit Piano und Gesang bevor Drums, Streicher und Gitarre bei dieser Powerballade mit einsteigen.
„Changing times“ tritt das Gaspedal wieder durch und die Leadgitarre lässt leichtes „Outlaw-Feeling“ aufkommen. Yeah, macht Spaß.
„Touching Heaven“ knallt in den ersten Sekunden mit wumms aus den Boxen um dann sogleich in Orgel- und Akustikgitarren-getragenen Gesang zu wechseln um dann wiederum in sägenede Gitarren zu wechseln und sich durch insgesamt sieben Minuten zu walzen. Abwechslungsreiches Opening und starker Song.
Es folgt ein schnelleres Stück mit stakkato-artigen Gitarren im Strophenpart namens „High Above“, getragen von einem 90er Keyboard, das ein wenig an die Zeiten erinnert, als noch Amiga und N64 im Wohnzimmer standen. Erfreulicherweise klingt es aber nicht angestaubt, auch wenn es sich möglicherweise so liest. Es passt und fügt sich gut zusammen und hat Atmosphäre.


Mit „Hey Hey My My“ wurde ein Song von Neil Diamond mit Ohrwurm Refrain gecovert. Ein ruhiger Song, der sich nach und nach aufbaut und entfaltet und auf die Seite geglückter Coverversionen verbucht werden darf.
Mit „Into the storm“ folgt der Titelsong, welcher mit über zehn Minuten auch der längste des Albums ist. Ein mystisch-orientales Intro wird von bedrohlichen Gitarren abgelöst. Die Drums donnern in einem schleppenden Beat voran; im letzten Drittel wechseln sich druckvolle, einfache Gitarrenriffs mit Sitarklängen ab um uns letztlich mit Sturm und Unwetter zu entlassen.
Es folgen zwei Bonustracks: „White Cats“, ein reines Instrumental wo die Saitenfetischisten unter uns auf ihre Kosten kommen, sowie ein gelungenes Blackmore-Cover („Way to mandalay“).


Fazit:
„Into the Storm“ ist ein Stück Qualitätsarbeit mit stark produzierten und abwechslungsreichen Songs, bei dem ARP – Fans bedenkenlos zugreifen werden, dass aber auch das Zeug dazu hat neue Hörer auf die Band aufmerksam zu machen und sich auch mit dem Back-Katalog zu beschäftigen. Kein Saiten-Hexer Solo Ding mit Alibi-Band im Hintergrund sondern eine homogene Band mit schlüssiger, starker Musik.

Wertung:     

Euer Rene

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