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Metusa – Zahn der Zeit

Metusa haben jetzt ihr erstes Album nach dem Ausstieg von Anja raus gebracht. Da sie bekannt sind als eine großartige Live-Band, bin ich gespannt auf den neuen Silberling.

Das Design verzichtet auf echte Bilder und Hochglanz, trotzdem werden die Mitglieder der Band als Zeichnungen dargestellt. Großartig ist das Cover-Bild. Eine Sanduhr, durch die viele ebenfalls gemalte Motive durchzurieseln scheinen. Man kann hier alle möglichen Interpretationen geben. Ich denke dabei an ein „Memento Mori“ Thema, dass deutlich macht, wie die Erinnerungen verrinnen.

Das Thema von „Krieger der Spielleute“ ist die Notwendigkeit, auch aus der Tradition heraus, dass Spielleute Unrecht und Lügen der Obrigkeiten anprangern sollten. Allgemein gehalten ist es eine Warnung an alle die Unwahrheiten verbreiten. Der typische Klang von Metusa empfängt den Hörer. Zusammen spielen Flöten, Dudelsack, Gitarren, Bass und Schlagzeug.

Als zweites folgt ein fröhlicheres Lied, über die Macht der Freundschaft und des Zusammenhaltens. „Gemeinsam“ handelt von guten und weniger guten Tagen zusammen mit anderen Menschen. Thematisch ist das Lied an Schifffahrts- und Meeresthemen gehalten. Im Sinne von Seeleuten, die alle zusammen am Tau ziehen, um den Anker zu lichten. Ein mitreißender Rhythmus hebt die lustige Grundstimmung hervor und Tavernen-/ Live-Atmosphäre im Hintergrund bestätigen das gemeinsame Erlebnis. Da der Egoismus viel zu oft die Oberhand gewinnt, gefällt mir dieses Lied besonders.

Das Biest“ scheint ein Lied der Gerechtigkeit zu sein. Denn hier wird jemand gejagt, der in seinem Leben Böses getan hat und sich dafür auch frei entschieden hat. Ein Treibender Rhythmus und der Chorus im Refrain („Lauf! Lauf!“) machen den Song unglaublich schnell. Das Bild vom rennenden Menschen, der um sein Leben läuft, obwohl es aussichtslos ist, wird dadurch perfekt inszeniert und durch die Musik verdeutlicht.

Langsam und melodisch/ melancholisch setzt eine Gitarre ein. „Auf Wolken“ beschreibt, ruhig und sehnsüchtig, was man so träumen kann vom Himmel.

Das Lied „Flucht“ handelt von Versuchen den Freitod zu wählen, von Hilfe und Ohnmacht. Zum ersten Mal kann hier der Hörer den Klang der Stimme von der neuen Sängerin Verena vernehmen.

 Im Leben macht man nicht immer das Richtige und erfährt vieles, wenn man sich darauf einlässt. „Gelebt“ zeigt diese Dinge auf und somit auch, was so alles dazu gehört. Und wer kennt diese Erfahrungen nicht? Diese Frage zeigt der letzte Satz: Hast du gelebt? Die Frage sollte man sich manchmal stellen, vor allem, wenn es um Entscheidungen geht. Ist es nicht manchmal so, dass man Dinge ausprobieren muss und auch falsche Entscheidungen trifft?

Das erste Mal habe ich das Lied im letzten Jahr (2013) gehört, auf einem MPS und es hat mich vom Hocker gerissen! Ein großartiges Folk-Stück. „Gwendoline“ hätte auch ein trauriges Lied werden können, denn es geht um eine gescheiterte Beziehung, eine frühe/ arrangierte Ehe. Es handelt vom  Ende und der Entscheidung diesen Menschen zu verlassen, mit dem man eine Beziehung führt, die so eigentlich nicht weiter geführt werden kann. Die Geschichte erzählt, wie gut auch ein Ende sein kann, wie viel neues und positives dann in das Leben treten kann. 

Stundenglas“ kann den aufmerksamen Hörer daran erinnern, was wichtig ist im Leben. Das ist für jeden etwas anderes, doch sollte sich jeder bewusst sein, was er mit seiner Zeit machen will. Solange man noch Zeit hat, kann man sich dessen Bewusst machen und bewusst leben. Irgendwann, sei es früher oder später, ist es zu spät. Vor dem Hintergrund dieses Liedes, kann das Cover der CD noch einmal anders Interpretiert werden.

Das Lied „Hüter der Meere“ enthält ein Zitat aus der Hymne: „Eternal Father, strong to save“ von William Whiting, der Hymne von Royal Navy und United States Navy. Beziehungsweise ist das Zitat, beim ersten Mal wenn es erklingt, das Ende von „Stundenglas“.  Hier geht es um die Untaten der Menschen, die die Meere ausbeuten und verschmutzen. Dazu passt auch, dass Metusa Sea Shepherd unterstützen. (Ich unterstütze sie ebenfalls, jetzt bereits seit einem Jahr. Guckt doch auch mal auf deren Seite und informiert euch: http://www.sea-shepherd.de/)

Ein Lied über Mut und den Weg des Lebens. „Hinterm Horizont“ erzählt davon, dass man einfach weiter gehen muss. Wenn man weiter geht und an sich selber glaubt, dann wird man das Richtige finden. Die Hoffnung auf gute Zeiten und ist man auch grade nicht auf der Höhe. Die Flöten und der beschwingte Gesang heitern das Thema auf, geben Glauben an die Möglichkeiten, die sich bieten können.

Könige von Morgen“ erzählt von dem Leben als Spielmann, von den Vaganten und deren Leben und Lebensweisheiten. Wer hier aber eine Art Sauflied erwartet, der liegt unglaublich falsch. Verena kann hier zeigen, was sie kann, denn ihre Stimme passt wundervoll zu der Musik und zum Thema.

Fazit: Auf dieser CD ist eigentlich alles drauf, was man sich von Spielleuten wünschen kann. Lieder zum Tanzen, zum Lachen und zum Weinen. Gesellschaftskritisch, aber auch fröhlich und ausgelassen. Fans von Folk-Rock finden hier sicher etwas, das ihnen gefällt.

Wertung:     

Eure JayC

 

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