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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Metallica – Through the Never

Heute gibt’s mal kein Album – Review von mir, sondern ein Review über einen Film. Ja, richtig gelesen, aber keine Sorge, wir sind schon noch beim Metal. Es handelt sich nämlich um das Werk „Metallica – Through the Never“ von und mit... na?... Genau, Metallica. Eine der absoluten Thrash Metal – Legenden hat sich in Zusammenarbeit mit Regisseur Nimród Antal an einen Film herangewagt und damit ein überwältigendes Erlebnis geschaffen.

Was erwartet uns nun also genau bei diesem Film? Ein Konzertfilm oder ein richtiger Spielfilm? Die Antwort lautet – beides. Auch wenn der Konzertanteil überwiegt, wird er immer wieder durch eine Rahmenhandlung ergänzt, die parallel zu dem von Metallica veranstalteten Konzert stattfindet. Es bietet sich am ehesten an, Konzert- und Spielfilmteil getrennt voneinander zu beschreiben.

Zunächst also zu dem, was den geneigten Metaller und insbesondere Metallica – Fan wohl am ehesten interessiert: Das Konzert. Da hat man sich wirklich etwas einfallen lassen: Auf einer Bühne, die etwa mittig in der Halle ist, sodass die Zuschauer nicht nur vor der Bühne stehen können, sondern sich um sie herum postieren, geben Metallica eine Setlist zum Besten, die einen Querschnitt aus ihrer bisherigen Schaffensphase darstellt. Bis auf die Alben „Load“ und „St. Anger“ ist wirklich jedes Album der Band mit mindestens einem Song vertreten, alle Titeltracks wenn vorhanden inklusive. Insgesamt gesehen haben Metallica sich aber eher auf ihre Frühwerke konzentriert, sodass Hits wie „For whom the Bell tolls“, „Creeping Death“, „Hit the Lights“ oder „One“ die Setlist dominieren. Das dürfte vor allem älteren Fans, die mit dem neueren Material der Band wenig anfangen können, entgegenkommen. Die Songs werden großartig dargeboten, zu Bemängeln an diesem Teil des Films ist meiner Meinung nach eigentlich nur die Zuschauermenge. Zum Teil kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mehr Statisten da sind, die die simple Aufgabe haben, dazustehen und zuzusehen als tatsächliche Fans dieser Musik.

 

 

Richten wir den Blick auf die Filmhandlung, diese beginnt parallel zum Konzert und wird auch während desselben immer wieder aufgegriffen, erfreulicherweise jedoch dann so, dass die Musik weiterläuft und nicht unterbrochen wird. Ein Mitarbeiter der Crew wird beauftragt, eine Ladung aus einem liegen gebliebenen LKW zu bergen. Der Weg zu diesem LKW stellt sich jedoch bald als gefährlich heraus. Damit ist die Rahmenhandlung eigentlich in zwei Sätzen schon, recht viel mehr gibt sie eigentlich nicht her und kommt entsprechend auch mit kaum Dialogen aus. Bei den wenigen vorhandenen muss man allerdings mit der englischen Version vorlieb nehmen, eine deutsche Vertonung gibt es nicht, deutsche Untertitel schaffen bei mangelnden Englischkenntnissen allerdings Abhilfe. Ansonsten bietet dieser Teil des Films solide gemachte Actionsequenzen und, was ihn aus meiner Sicht ausmacht, sehr viel Interpretationsspielraum.  Inwiefern möchte ich an dieser natürlich nicht vorweg nehmen, es sei nur gesagt, dass die Handlung im Endeffekt einige Fragen aufwirft, aber praktisch keine davon beantwortet. Der Zuschauer muss sich sozusagen sein eigenes Bild machen und das Gesehene interpretieren, eine Auflösung wird vom Film nicht dargeboten.

Vielfach an dem Film kritisiert wird die Rahmenhandlung, die einigen Leuten als überflüssig gilt. Und sagen wir es mal so, vielleicht wäre sie auch nicht unbedingt nötig gewesen, „Metallica – Through the Never“ hätte sicher auch als reiner Konzertfilm funktioniert. Aber dennoch finde ich, dass diese Rahmenhandlung die Sache in gewisser Weise etwas abrundet und sich mit dem Konzert angenehm zu einem Großen Ganzen zusammenfügt, ohne störend zu wirken. Insofern habe ich eigentlich auch nichts groß auszusetzen, außer vielleicht oben Angesprochenes, aber ansonsten liegt ein Film vor, der jedem Metal- und  insbesondere Metallica – Fan uneingeschränkter Weise zu empfehlen ist.

 

Wertung:     

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