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Versengold – Auf in den Wind

Die norddeutschen Folker von Versengold haben ihre neue Platte auf den Markt gebracht. Diese wird von ihnen selber als Themen-LP des maritimen Bereiches beschrieben. Folglich geht es um die Schifffahrt, Klabautergeschichten und Seemannsgarn.

Das Design kommt dabei auch maritim daher und das schon erwähnte Seemannsgarn findet sich in Form von Tauen im und auf dem Booklett wieder. In Grün- und Brauntönen, wie mit Wasserfarben gemalt, ist das Artwork schlicht aber sehr passend und ansprechend gestaltet. Hinter der CD versteckt sich das einzige Foto der Band.

Eine Atmosphäre von Wellen und Meer empfängt den Hörer und trägt ihn mit Geigenklängen in die Welt der Seemänner, Fischer und Piraten. Ein Lied des Abschieds und voller Wehmut. Sehr traurig und sehnsüchtig ist das Titellied „Auf in den Wind“. Und trotz allem Kummer ist der Tonus auch geprägt von dem Mut und der Hoffnung die ein Aufbruch mit sich trägt. Seicht und getragen, erzählt es die Geschichte eines eingefleischten Seemanns, der sich zwischen der See und der Liebe entscheiden musste. Im letzten Teil wird dieses Lied zu einem Duett und die helle Frauenstimme fügt sich perfekt in die Grundstimmung ein.

Diese nachdenkliche und traurige Stimmung wird mit diesem Stück schnell wieder gekippt. In „Seemannsgarn – Flache Witze im tiefen Gewässer“ zeigen Versengold in typischer Manier, wie sie feiern können. Schnell, mit viel Wortwitz und in norddeutscher Mundart werden sie sicher auch Bayern mitreißen können.

Es geht aber auch um die Verfolgung von Piraten. Ob dieser hier nun wirklich ein Pirat war oder nicht, nun ja, das bleibt dem Hörer überlassen. Auf jeden Fall heißt es „Es wartet der Strick“. Ob nun gerechtfertigt oder nicht, es ist stets die Entscheidung derer, die die Macht über diese haben. Die letzten Töne machen deutlich, was diesem armen Mann geschieht und beenden damit auch seinen Gesang.

 

 

Mit ansteigendem Tempo geht es in „Meuterey“ um eben diese. Nach den Matrosen ist der Kapitän nicht grade der Beste, kommt dieser aber an Deck, dann singt die Mannschaft doch lieber was ganz anderes. Viele Worte und nichts dahinter. Ein toller Folk-Instrumental-Teil beendet dann schwungvoll das Stück und geht somit fließend in den „Kaptain Hengest Reel“ über.

Langsames Gitarrenspiel begleitet die Geschichte einer Mythengestalt. „Die Tochter der Weiten“ entführt ganz weit weg in eine Traumwelt. Mit hellem, klarem Flötenspiel wird die gesamte Stimmung abgerundet.

Ein Trinklied darf aber auch nicht fehlen! „Auf die Ebbe“ bedient das sehr schön. Es ist kein absolutes speed Lied, aber hat einen schönen motivierenden Grundton. Und dem Wort „Trink auf den Norden“ folge ich gerne! Ein sehr angenehmer Song, der nicht so sehr die Klischees eines Trinkliedes bedient.

Ein absoluter Hit von Versengold darf die LP zieren. Dieses Thema könnte doch nicht ohne eine Neuaufnahme von „Ich und ein Fass voller Wein“ auf CD gebannt werden. Wer als Fan des deutschen Folks dieses Lied nicht kennt, sollte das schnell mal nachholen.

Noch ein kleines, rein instrumentales Stück und dann ist auch die neue CD wieder durchgehört. Eine Art Schade-Schon-Vorbei? Stimmung.

Fazit: Ganz großes Ohr-Kino. Die LP ist vielseitig und kann wirklich begeistern. Die Stimmungen der Lieder werden wundervoll transportiert und das Motto ist vielschichtig interpretiert worden. Das ist eine tolle Scheibe geworden, die nicht nur für die Fans das Geld wert sein sollte.

Wertung:     

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