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Creature - Helioskron

Creature aus dem schönen Baden-Württemberg,  war mir namentlich bekannt, allerdings muss ich zugeben, dass ich sie nie wirklich aufmerksam und oft gehört habe. Creature wurden im Herbst des Jahres 1997 von M.Praher und D. Sennewald in Plüderhausen/Stuttgart gegründet.

 

 

Zu den Songs:

 

Track 01 – "Nadir" (Intro)

Ich bin ein Mensch, der sehr viel Wert auf das Intro legt! In allen Lebenslagen ist der erste Eindruck entscheidend, so auch bei der Musik. Was Creature hier komponiert haben ist meines Erachtens ein wirklich gelungenes Intro.

Mit tiefem bassigem Brummen baut es eine düstere und etwas beunruhigende Atmosphäre auf. Nach ca. dreißig Sekunden wird alles mit Schlagzeug und Gitarren untermalt, nach und nach schleichen sich mehr Instrumente wie Chor, Lead Gitarren und (ein wenig) Keyboard dazu. Das Intro baut extreme Spannung auf, die Ruhe vor dem Sturm, so beschreibt es sich am besten, wirklich gelungen.

 

Track 02 – "Aurora"

Nach dem das Intro mich jetzt so aufgeheizt hat, warte ich auf den Sturm den ich erwartet habe, allerdings bleibt der leider aus. Mit akustischen Klängen beginnt das Intro des Songs... Schon wieder ein Intro?  Nun gut. Das Stück ist auch sehr melodiös und mit akustischen Klängen gespickt. Leider muss ich sagen, dass es mir zu lange dauert bis es mal gröber zur Sache geht. Nach zwei Minuten kommt das, auf was ich sehnsüchtig gewartet habe, Gesang, Geschwindigkeit und bösartige Riffs. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt wie wohl der Gesang klingen wird und ich bin nicht sonderlich überrascht. Der Gesang ist technisch wirklich perfekt, aber bei diesem Song etwas eintönig. Das was Barth abliefert, macht er wirklich gut, aber ich denke da ist noch mehr drin. Alles in allem ist der Song sehr abwechslungsreich und enthält alles, was man sich wünschen kann. "Kalte" und kräftige Riffs, ein Schlagzeug das alles niederwalzt und einen Bass der Eigenständigkeit besitzt und die ganze Sache abrundet. Episch, aggressiv und melancholisch, hier wird einem wirklich viel geboten, ohne enttäuscht zu werden!

 

Track 03 – "Genesis"

Von disharmonischen Gitarren wird nun in "Genesis" eingeleitet. Klasse! Der Anfang ist wirklich super und verspricht sehr viel. Ein gewaltiger Sturm aus Gitarrenwänden, schneller double Bass und blast Beats entfesselt sich und zerstört alles was ihm in die Quere kommt. Nach ca. einer Minute nimmt die Geschwindigkeit abrupt ab, und schafft eine ungeheuer schwere und kalte Atmosphäre die sich durch die gesamte Mitte des Songs zieht. Die Riffs klingen wie ein verzweifelter Wutanfall- sehr gelungen! Was mich auch sehr freut, dass der Gesang bei diesem Track viel mehr zur Geltung kommt als zuvor, hasserfüllt und sehr aggressiv keift Herr Barth durch die Gegend. Gegen Ende des Songs löst sich die träge Geschwindigkeit der Drums, es wird geblastet was das Zeug hält, der Gesang klingt fast schon irre und die Gitarren arbeiten sich wie ein heißes Messer durch Butter. "Genesis" ist mein absoluter Favorit auf Helioskron! Geradlinig, aggressiv und sehr stimmungsvoll.

 

Track 04 – "AEon"

Nach der geballten Ladung aus Aggression und Vernichtung geht es bei "AEon" sehr ruhig zur Sache. Halb verzerrte Gitarren, ein stimmungsvoller Bass und ruhige, schöne Melodien laden zu einer kleinen Verschnaufpause ein. Nach kurzer Zeit stoßen Schlagzeug und eine Leadgitarre mit epischem Solo inklusive dazu. Was mir etwas sauer aufstößt ist der Sprechgesang... Meines Erachtens ist er deplatziert und zerrüttet das ganze Arrangement des Liedes. Nach 2:28 Minuten ist der Zauber auch schon vorbei. Instrumental ein ganz nettes Stück. Gesanglich - Geschmackssache.

 

Track 05 – "Mein Labyrinth"

Schneller, höher, weiter... Hier geht es schnell zur Sache, zumindest was den Anfang angeht. Dieser Track geht ins Ohr und da bleibt er auch eine Weile. Instrumental hält es sich hier wieder sehr abwechslungsreich, von Blastbeats über Midtempo bis hin zu langsam-walzend ist alles dabei. Ab 01:55 erinnern mich die Riffs sehr an "Gorgoroth´s twilight of the Idols" (was mich sehr freut). Alles in allem ist der Song episch und abwechslungsreich. An manchen stellen muss ich leider sagen, dass es lahmt. Nach richtig gut komponierten Riffs erwartet man eine Steigerung, die bleibt aber leider aus.

 

Track 06 - "Flammenhunger"

Monotonie! "Flammenhunger" ist neben "Genesis" ein weiterer Favorit von mir. Dieser Song ist wieder sehr atmosphärisch und enthält wichtige Elemente die für mich zu einem Black Metal Song dazu gehören. Es ändert sich relativ wenig, die Geschwindigkeit ist vom Anfang bis zur Mitte fast gleichbleibend. Midtempo und Blastbeats regieren hier  in einem angenehmen Rahmen. Erst gegen Ende wird ein wenig variiert und schließt das ganze Werk gelungen ab. Viel mehr Worte kann und will ich nicht über "Flammenhunger" verlieren - ein super Titel!

 

Track 07 – "Apotheose"

Kommen wir nun zu dem für mich schwächstem Glied in der Kette: „Apotheose“.  Der Anfang reißt einen zwar noch mit und lässt mich glauben es käme eine Granate auf mich zu. Diese Granate kommt mir aber eher vor wie ein Silvesterknaller.

 

Track 08 – "Zwischenspiel" 

Ein reines instrumentales Stück. Der Song ist melodiös und abwechslungsreich. So wirklich will mir das "Zwischenspiel" jedoch nicht ins Ohr. Wie so oft ist es Geschmackssache. Ich für meinen Teil kann mir leider keine befriedigende Meinung dazu bilden wie ich den Titel denn jetzt finden soll. Musikalisch sehr gut komponiert. Die Stimmung die ich sehnsüchtig erwarte hält sich in Grenzen.

 

Track 09 – "Zenit" 

Oldschool Riff´s! Ich wünschte ich könnte das Intro des Songs etwas anspruchsvoller loben als mit den Worten "Das fetzt!" Es erinnert mich stark an Satyricon was kein Beinbruch ist (ganz im Gegenteil). Nach 00:45 Sekunden grandioser Riffs taucht alles ab. Langsam, düster und gewaltig. Zwei Dinge fallen hier sofort positiv auf: 1. Der Gesang. Raunend vorgetragen, mächtig und erhaben. 2. Der Chor der alles umhüllt. Er gibt dem ganzen die abartig düstere Stimmung und verfeinert die Sache ohne zu sehr im Vordergrund zu stehen. In der Mitte des Songs zieht die Geschwindigkeit an - Blastbeats, Keifende Schreie und Rasiermesser-Riffs - Super! Der Song steigert sich stetig und bleibt bis zum Ende hin spannend so das einem die 07:51 schon fast zu kurz erscheinen. 

Es ist schwierig einen Song zu wählen, der das Ende des Albums einläutet. Creature scheinen damit kein Problem zu haben. Zenit schließt das Kapitel "Helioskron" gelungen ab.

 

Nach mehrmaligem hören von "Helioskron" fällt mir auf, dass es sich um ein durchaus standhaftes Black Metal Album handelt, das sich Lob verdient hat. Abgesehen vom Artwork des Covers, welches nicht mein Fall ist, ist die Scheibe ein großes Vergnügen. Ab der Hälfte der Spielzeit schleichen sich aus meiner Sicht ein paar schwarze Schafe ein die den Fluss der Titel etwas schwanken lassen was aber durch ein grandioses Ende wieder wettgemacht wird. Ich empfehle "Helioskron" jedem der auf stabilen Black Metal steht.

Rein hören lohnt sich!

Wertung:     

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