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Ingrimm – Henkt Ihn!

Mit „Henkt Ihn!“ erscheint nun die erste CD nach dem Ausstieg des Sängers Fenris . Ein Wechsel in der Frontline ist immer ein sehr großer Eingriff in den Sound einer Band. Somit schwingen beim ersten Hören auch allerlei Erwartungen und Spekulationen mit.

Bereits der erste Song nimmt den Hörer mit und zeigt mit treibendem Rhythmus, was die Band drauf hat. Schnelle Drums, klare Gitarrenriffs im Zusammenspiel mit mittelalterlichen Instrumenten. Der Gesang passt gut zu Melodie und Text, damit hat sich René Brandt musikalisch sehr harmonisch eingefügt. Neben hartem und unglaublich angezogenem Metal fehlen auch die melodischen Teile nicht.

Inhaltlich können einige Themengebiete zusammengefasst werden. Auf der einen Seite geht es um die begrenzte Zeit für uns. Jeder weiß, dass das Leben schnell vorbei sein kann, also tut, was euch beliebt. Feiert das Leben und genießt die Zeit. Und dann gibt es noch die Lieder, die Lügner, Betrüger und Raffgierige anklagen. Die Werte der Gesellschaft werden in Frage, bzw. an den Pranger gestellt. Ein Thema, das 2013 viele Bands umgetrieben hat und wohl auch 2014 nicht verschwindet (Gut so!). Natürlich war das nicht alles, was die Platte zu bieten hat. Liebe, Sucht, Versuchung und Enttäuschung sind auch zu finden.

 

 

Folgende Lieder sind meine absoluten Highlights:

Hängt Ihn“ ist mit seinem Sound und dem eingängigen Text ein echter Hit für mich. Spätestens dort war ich von der CD überzeugt. Der Einsatz der Geige passt perfekt zum Text und die Drums geben einen schnellen Takt vor. Der Text hat etwas Anspornendes und Ermutigendes, weil er aus der Sicht von jemandem erzählt, der nun wirklich nichts mehr zu verlieren hat. Oft haben wir doch viel zu viel Angst etwas zu wagen, weil wir uns vor Konsequenzen fürchten. Sollte man nicht öfter seine Angst einfach zurück lassen?

Bei „Schwarzes Gold“ geht es um die Gier der Menschen. Die Gesellschaft lebt ihren Geiz auf Kosten anderer aus, denn irgendjemand muss immer den Preis zahlen. Niemand ist vor der Verlockung gefeit. Den Unterschied macht das Bewusstsein über die Herkunft und den Preis der Dinge, oder ob jemand bewusst wegsieht und die Umstände in Kauf nimmt. Menschen, Tiere, die natürlichen Ressourcen, es wird allgemein ausgebeutet, was ausgebeutet werden kann. Auch hier harmonieren Text und Sound, sodass die Brisanz dieses Liedes unterstrichen wird.

Zuletzt und auch als letztes Lied der CD bekommen die Hörer ein wunderschönes Liebeslied. Ein langes Instrumentalintro, das mit einer melancholischen Leichtigkeit in den Song einleitet. „Engel“ ist ein feinfühliges Stück mit fast filmmusikalischem Sound. Wie aus dem Titel schon ersichtlich ist, geht es um eine ganz besondere Beziehung zu einem Menschen. Ich denke und wünsche es auch, dass jeder diesen Menschen kennt, der mehr in einem sieht und einem mehr gibt, als alle anderen. Ein wundervoller Abschluss.

Fazit: Hier haben wir ein wirklich gelungenes Scheibchen, bei dem das einzige Manko ist, das noch mehr Mittelalter drin sein könnte. Das Feeling beim Hören war aber ein sehr ausgewogenes. Eine musikalisch runde Platte, die aber auch Themen aufgreifen kann, die zum Nachdenken anregen.

Wertung:     

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