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Feuerschwanz - WallHalliGalli

Das Design der CD WallHalliGalli von Feuerschwanz kommt sehr hell daher. Vor weißem Hintergrund thront der Haufen mit seinen Miezen, wie junge Götter in Athen. Sehr schön finde ich immer, wenn das Booklett herausnehmbar ist! Helles Braun im inneren mit dem Haufen in Schwarz bildet einen leichten Kontrast zur Außenseite. Da freut man sich doch darauf, die CD endlich hören zu dürfen. Die insgesamt 14 Lieder sprechen Bände. Allgemein hört man im Sound eine klare Entwicklung des musikalischen Könnens. Folgend werden alle Stücke von WallHalliGalli kurz vorgestellt.

 

„Mach dich frei“, so heißt das erste Lied des neuen Albums von Feuerschwanz. Orientalisch wird der Hörer in die Welt des Haufens entführt. Die Alltagssorgen sollen vergessen werden und nach fast göttlicher Manier wird gefeiert. Im Laufe des Stücks kommen dann auch noch härtere Gitarrenriffs dazu. Allgemein eine wahre Hymne für das Partyfolk!

Im nächsten Lied bekommen die noblen Herren und Damen, mit ihrer an Fesseln erinnernden Etikette, das Fett weg. „Schlammschlacht“ heißt hier das Stichwort. Aber nach der Tradition von Feuerschwanz bekommen auch die Eitelkeiten eine Chance, denn Toleranz ist eine echte Tugend. So feiern sie alle zusammen. Barocke Klänge mischen sich hier mit hartem Gitarren-Drums-Sound.

„Johanna“, das Weibliche Mit-Glied des Haufens, wird in diesem Lied geehrt, denn ihre Fähigkeiten als flinkste Keuschheitsgürtelknackerin sind weit und breit berühmt. Dabei wird zu fröhlichen Flötenklängen ein Teil der Hintergrundgeschichte von ihr erzählt. Ein Gitarren und ein Geigensolo runden das Lied gegen Ende hin perfekt ab. Ein großartiges Live-Stück!

Wichtig und höchst melodisch kommt das vierte Lied auf der CD daher. Metnotstand ist im Märchenland ausgebrochen! Lässt der geneigte Hörer dann mal das märchenhafte Gewand beiseite ergibt sich ein äußerst modernes und wichtiges Thema. Lebensmittelspekulationen an der Börse können nicht nur zum Metnotstand führen… 

Jetzt haben die Metvernichter mal Funkstille, denn das Lied ist für alle Miezen! Mit Reggea-Elementen und trotzdem nach Feuerschwanz-Manier kann bestens getanzt werden. Feuerschwanz zeigen sich hier experimentierfreudig, was die Verbindung von verschiedensten Musikstilen an geht.

Mit „Der Geizhals“ wird eine weitere Untugend der Welt angesprochen. Bei den Worten denkt man sofort an Dagobert Duck oder ähnliche Vertreter der knausrigen Sorte, die nach den Worten des Hauptmanns nicht viel zu lachen haben. Als einziges Lied ist „Der Geizhals“ nicht aus der Feder von Feuerschwanz. Trotzdem hat er seinen Platz auf der CD redlich verdient, obwohl die vielen Melodiewechsel etwas gewöhnungsbedürftig sind.

„Die Spielmannsträne“! Ja, auch Balladen können sie spielen. Traurige Wahrheit mit einem kleinen Augenblinzeln. Wenn der Hörer denkt, schlimmer kann es doch gar nicht werden, wird noch einer draufgesetzt.  Zu leiseren Klängen kann perfekt geschunkelt werden und wer sich genau bei diesen Worten an eine verflossene Liebe erinnert, darf auch gerne eine eigene Träne vergießen.

An die älteren CD’s von Feuerschwanz erinnert das Lied „Genoveva“. Die Schalmeien klar im Vordergrund, singt der Hauptmann von einer seiner Freundinnen. Diese hatte einen ausgesprochenen Fimmel für Dekoration. Dass das nicht gutgehen kann wird jeder wissen, der schon einmal was von Hauptmann Feuerschwanz gehört hat. Ein sehr lustiges Stück, kurzweilig und unterhaltend.

Düsterer und fast schon traurig ist das nächste Lied. „Nimmerland“ erzählt von einem Arbeitstier, das viel lieber aus seinem Alltagsleben entfliehen würde. Denn wer kennt es nicht, dass man wieder von der Lethargie seines Alltags eingeholt wird. Eine Ode an Pen and Paper – Rollenspieler! Träumen von einer anderen Welt ganz klar erlaubt. 

Wieder ein Lied mit zwei Seiten und einer Moral am Ende. „Aurum Potabile“, das trinkbare Gold, man könnte jetzt auch Met sagen, ist das, nach dem der Alchimist hier sucht. Doch wie es allen anderen Alchimisten auch schon immer ging, natürlich findet er es nicht. Aber er findet etwas anderes. Freundschaft und Frohsinn sind mehr wert als Besitz und Reichtum, so könnte es der Hörer deuten.

Melodisch und klangvoll wird der Hörer bei „Bandit“ an das Thema des Glücksspiels herangeführt. Zu einer fröhlichen Melodie mit typischem Geigen-Sound wird von einem Menschen Erzählt, dem einarmigen Banditen, der spielsüchtig ist. Dazu gibt es eine ganz klare Stellungnahme: wer spielt, der hat nen Knall!

Der treibende Gitarrensound des Liedes lässt nicht lange offen, um was es hier geht, nämlich um einen Hengst! Im wahrsten Sinne des Wortes. Zuerst ist der Protagonist ein Hengst in großer Schlacht, später begehrter Deckhengst. Was für ein Leben!

Wieder düster wird es mit „Rübezahl“. Dem alten Berggreis, der Angst und Schrecken verbreitet. Reduzierter Gitarren und Drums Sound, bei dem kurz vor dem Refrain die Geige mit einsteigt. Aber es wäre nicht Feuerschwanz, wenn das offensichtlich Böse wirklich ausschließlich böse wäre.

Das Beste kommt zum Schluss, so heißt es doch so schön. Auch hier stimmt es mal wieder. „Das niemals endende Gelage“ ist eine Hymne auf das ausgelassene Feiern. Nicht a la Ballermann, sondern eben Mittelalterlich-Rockig. Da hofft man wirklich, dass dieses Gelage niemals enden wird.

 

Fazit: Allgemein härter und mit klaren Akzenten bei den Gitarren, aber trotzdem Feuerschwanz, wie man sie kennt. Das Warten hat sich für alle Metvernichter und Miezen gelohnt und auch diejenigen, die Feuerschwanz noch nicht kennen werden begeistert sein. Eine CD für alle, mit einem gewissen Humor und der Liebe zu rockig, mittelalterlichen Klängen.

 

Wertung:     

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