W E R B U N G
MPS-Fotos.de - Die MPS-Fotocommunity

Bodyfarm - The Coming Scourge

Bodyfarm. Eine Band, die mir bislang völlig unbekannt war, was mitunter wohl der Tatsache geschuldet ist, dass die Gruppe noch keinen großen Bekanntheitsstatus für sich verbuchen kann. Schade eigentlich, denn untalentiert sind die holländischen Death-Metaller nicht, was ihr zweiter Langspieler "The Coming Scourge" unter Beweis stellt.

Die Zehn Anspielstationen des Albums werden von eingängigen Riffs getragen und sind fast durchgehend im oberen Geschwindigkeitsbereich angesiedelt. Schon der Opener "Unbroken" lässt diese Merkmale erkennen. Mit Death-Metal typischer Härte, welche dennoch Platz für eine gewisse Eingängigkeit lässt, prügelt man sich knappe dreieinhalb Minuten nach vorne, lediglich im Mittelteil wird die Geschwindigkeit zeitweise zurückgeschraubt. Allerdings nur, damit der Song gegen Ende wieder explodieren und an Geschwindigkeit zunehmen kann.

Ähnlich mit schnellem Gitarrenspiel, rasanten Drumming-Attacken und gelegentlichen Tempowechseln sind die nachfolgenden Songs gestaltet. Auch etwas monoton weshalb es zunächst nicht einfach erscheint, sich mit einzelnen Liedern zu identifizieren, oder besser sie nach einmaligem Hören explizit voneinander unterscheiden zu können. Viel Abwechslung bietet das Liedgut auf den ersten Blick nicht, auf den zweiten ebenfalls noch nicht - hierzu bedarf es mehrerer Durchläufe, um die Feinheiten der Songs richtig auszumachen. Allerdings ist das Death-Metal Genre ja allgemein nicht für abwechslungsreiche Songstrukturen bekannt. Aufhorchen lässt in dieser Hinsicht definitiv der Titelsong "The Coming Scourge": Er ist weniger zugänglich als die vorangegangenen Nummern, bietet aber durch Gastsänger Dirk Willems (Once Begotten) zum ersten Mal auf dem Album tiefe Death-Growls, die im Kontrast zum auf der Scheibe üblichen, für Death Metal eher hellen Gesang, stehen. Auch Screams, die an Black Metal - Kollegen aus dem hohen Norden erinnern, lassen sich auf dem Song zum ersten Mal ausmachen. Nicht gerade eingängig, aber ein interessantes Stück, welches definitiv einen Wiederhör-Wert besitzt. Das direkt folgende, kurze Instrumentalstück "Eden´s Destruction" gönnt dem Hörer eine Verschnaufpause und schließt die erste Hälfte des Albums atmosphärisch ab.

Die Songs der zweiten Hälfte weichen kaum von der bisherigen Formel ab. Mit den aufeinanderfolgenden "The Frozen Halls" und "Der Landkreuzer" findet das Mid-Tempo größeren Einzug in die Scheibe und gerade letztgenanntes Stück ist ein Laune machender, gemächlicher Stampfer, dessen Geschwindigkeit sich gegen Ende immer mehr steigert und der von einem schneidigen Gitarrensolo, das von Stephan Gébedi (Hail of Bullets; Thanatos) eingespielt ist, abgerundet wird. Das Schlusslicht "Enter The Eternal Fire" lässt vor allem Bathory - Fans aufhorchen. Die Coverversion des Songs der schwedischen Pagan Black Metal - Legende erweitert das bisherige Soundspektrum um sich im Hintergrund haltende, aber beinahe schon choral anmutende Gesangseinsprengsel und sticht durch eine Länge, die mit sechseinhalb Minuten über dem Durchschnitt des Albums liegt, heraus. Ein gut gelungener Coversong, der sich nicht ganz in das Gesamtbild der Scheibe einfügen will, diese aber zu einem Ende führt, welches Potenzial hat, nicht zuletzt durch seine an dem Gesamtalbum gemessenen Einzigartigkeit längerfristig im Gedächtnis hängen zu bleiben.

 

 

Bodyfarm bieten hier nicht unbedingt innovativen, aber überzeugenden Death-Metal, der für absolute Fans dieses Genres sicher eine lohnende Investition darstellt. Allen, die nicht Feuer und Flamme damit sind, sei ein vorheriges Probehören empfohlen. Es gibt durchaus Potenzial nach oben zu verzeichnen, aber insgesamt ist dieser Todesmetall made in Holland Genreanhängern durchaus zu empfehlen. Ein insgesamt gelungenes Album mit einigen Songs, die mit der Zeit zu echten Ohrwürmern reifen könnten.

 

Anspieltipps:

Unbroken

Frontline Massacre

The Coming Scourge

Der Landkreuzer

 

Wertung:     

Zum Seitenanfang