W E R B U N G

Versengold – Zeitlos

Mit der neuen Platte „Zeitlos“ ändert sich auch in der Besetzung von Versengold etwas. Die einstige Folk-Band geht von den Instrumenten nun in die rockigere Richtung, denn Drums und Bass gesellen sich nun zu den klassischen Instrumenten.

Als eine Weiterentwicklung und Erneuerung ihres eigenen Sounds soll die Zeitlos nun anscheinend eine neue Zeit für die Band einläuten.

Die CD ist in einer einfach aufklappbaren Papp-Hülle, die von außen dunkel gehalten ist. Die Symbolik ist dem Namen angelehnt, so ist die Hülle mit stilisierten Sonnen und Mond Bildern verziert. An den Kanten sind leicht einige Ranken zu erkennen, die dem Ganzen den Anschein eines alten, beschlagenen Buches geben. Innen ist das Booklett gleich fest mit der Hülle verbunden, sodass es auch nicht verloren gehen kann. Die Farben sind innen in einem hellen Braun gehalten. Die einzelnen Mitglieder sind zeichnerisch auf den Seiten festgehalten und am Ende des kleinen Büchleins gibt es noch ein Bandfoto mit allen Mitgliedern.

Das erste Lied ist auch Namensverwand mit der gesamten Scheibe. „Zeitlos“ beginnt von vornherein schnell und nimmt den Hörer sofort mit. Mit dem typischen und perfektionierten Geigenspiel von Honza lässt sich sofort sagen, die zusätzlichen, rockigen Instrumente nehmen dem Qualitätssiegel Versengold keinen Wind aus den Segeln. Da sie bisher immer eine der, wenn nicht die beste deutsche Folkband waren. Der Text ruft alle auf, sich nicht zu sehr zu sorgen und im Hier und jetzt zu leben, jeden Moment zu genießen.

Ein rockig, flottes Lied mit eingängigem Refrain „Ihr seid Musik“. Eine Ode von Versengold an ihre Fans und eigentlich alle Musikliebhaber. Wieder auch mit dem Carpe Diem Thema, lebe und freue dich über den Moment.

„Kein Trinklied“ ist einerseits ein Lied über das Trinken, allerdings auch ganz einfach übertragen auf die Gier einer Gesellschaft. Trunksucht, das Entfliehen aus dem Alltag, die Sorgen mit diesem Mittel hinter sich zu lassen, ein Teufelskreis. Gepackt in heitere Töne, folkig und leicht, mit dem neuen Touch von Rockigkeit.

Der „Frühlingsgruß“ ist ganz und gar nicht das, was man vielleicht unter dem Namen erwartet. Die Eitelkeit der Menschen wird hier vielmehr besungen, die erst zu spät über ihre Taten nachdenken. Anstatt das kleine Blümchen am Wegesrand blühen zu lassen, will es jemand ganz für sich und wirft es dann doch weg, nachdem der Tod ihm naht und er gewahrt, was er getan hat. Unbedachtheit im Gewand einer poetisch - melancholisch, heiteren Melodie. Sanft und leise wird diese kleine Geschichte untermalt.

Zum zweiten Mal wird auf dieser CD dem Alkohol gefrönt, auf die eine oder andere Weise. „Hoch die Krüge“ erzählt vom Feiern und dem entfliehen aus dem Alltag. Die Sorgen können in guter Gesellschaft einmal zurücktreten. Carpe Diem, folkig und mit großartigen Geigen-Parts, wie man sie von Versengold kennt.

Beginnend mit langsamen Gitarrenklängen, setzt gedankenverloren der Gesang ein. So vergänglich wie die „Wolken“-gebilde ist das menschliche Dasein, die Liebe und jeder Moment. Ein Grund mehr diesen festhalten zu wollen. Nach dem ersten Refrain nimmt die Melodie dann an Fahrt auf und unterstützt so die Bestimmtheit der Aussage. Ein herzerwärmendes Liebeslied.

„Die Schönheit der Schatten“, ein Duett mit der wundervollen Katja von FAUN. Ein Märchen von der weißen Frau. Um die ganze Fülle dieses Liedes erfassen zu können lohnen sich gute Boxen. Ein Lied, das sich in die großen Balladen von Versengold einreiht. Voller Inspiration, großer Gefühle und einer unendlichen Entfernung zum alltäglichen. Wundervoll fügen sich die Stimmen am Ende zusammen.

Nach diesen, etwas anderen, Tönen, geht es ganz typisch instrumental weiter. Ein Folkstück bildet den Übergang zum nächsten Lied.

Schnell, stark und voller Elan hauen die Musiker hier in die Saiten. Wie eine Abrechnung mit allen Zweiflern und denen, die an „Versengold“ etwas beanstandeten, wirkt „Spaß bei Saite“. Wahrscheinlich Fragen, denen sich nicht nur Musiker gegenübergestellt sehen.

„Der Rubel rollt“ nun ja, die ewige Geschichte des Geldes, der Ränge, der Arbeit, des Gehorsams.

Ein wundervolles Liebeslied ist „Schon immer mal“. Hier ist das Schlagzeug mit am auffälligsten, gleich zu Beginn. Fröhlich, leicht, irgendwie klingend wie der Sommer. Wer kennt die eine Person nicht, der man am liebsten sagen würde: Ich wollte schon immer mal dich. Einfache Worte für eine große Tat.

Ein zweites, instrumentales Lied, bildet den Übergang zu einem ach so aktuellen Thema.

Klavier und Geige leiten dieses Lied ein, schon zu Beginn klar machend, dass bedeutungsschwere Worte fallen würden. „Die Namen von Millionen“ ist ein Anti-Kriegs-Lied, das sich mit dem Verständnis des Anderen befasst, dem Leid und der Blindheit mancher Kriegsführer.

In der Nacht vergehen die Sorgen der Welt, sie werden klein und unscheinbar, denn nur der Traum ist dann noch wichtig. So lasst euch vom „Schlaflied“ den Schlaf bringen und eure Gedanken in das Land der Träume wiegen. Der Stimme des Sängers lauschend, könnte man sich weit weg, in eine andere Welt träumen, wären da nicht die kleinen und größeren Hinweise auf die ungesunde Haltung der Menschen ihrem Planeten gegenüber.

Fazit: Eine vielfältige CD, die wieder einmal zwei Dinge deutlich macht. 1. Versengold schmieden wundervoll poetische, nachdenkliche und trotzdem feiertaugliche Texte. 2. Sie sind musikalisch einfach Top. Ja, die Besetzung wurde erweitert und somit hat sich auch die Musik verändert. Aber alles ist in einem steten Fluss. Somit sage ich, lebt euer Leben, hört Versengold und feiert oder träumt zu den ruhigen Liedern.  

Wertung:     

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