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Saltatio Mortis – Zirkus Zeitgeist

Wieder vollkommen neu und anders präsentieren sich die Saltaten dieses Mal mit ihrem Zirkus. Die moderne Kollage auf der CD-Hülle erinnert an surrealistische Meisterwerke und Kultfilme. Mit diesem Design wird dem Betrachter sofort vor Augen geführt, dass es deutlich von modernen Themen handeln wird.

Mit einer Art Jahrmarktsmusik, wie vom Drehkasten, beginnt „Wo sind die Clowns“. Dann setzen Drums und Dudelsäcke ein und der Sound fetzt, wie man es von SaMo einfach erwartet. „Wo bleibt der Leichtsinn?“. Das ist etwas, was ich mich auch oft frage. Kann ich überhaupt noch in den Tag hinein leben, kann ich albern sein? Wirklich schwerwiegende Fragen, wenn man in die Zeitung guckt.

Ein ironisches Stück, aber wer kennt es nicht? „Willkommen in der Weihnachtszeit“ über Konsum und den Kontrast zu den vermeintlichen Werten. Dazu dann eine weihnachtlich anmutende Melodie und das Werk hat ein passendes Gewand erhalten.

„Nachts weinen die Soldaten“. Für mich ein einmaliges Stück, das klar die Größe der Worte von Lasterbalk heraushebt. Die Musik trägt den Inhalt, die Stimme des Sängers hebt die Tragik. Es ist universell, es ist allgemeingültig, es berührt und zwar tiefgreifend. Wenn man sieht, in welche Richtung die Welt geht, dann sollte jeder dieses Lied kennen.

Das offizielle Lyric-Video zum Song:

Melodisch, mit Gitarrensound, seicht und vom folgenden Rocksound sehr zum Kontrast, das ist „Des Baenkers neue Kleider“. Angelehnt an das Märchen, des Königs neue Kleider, wird hier das Leben eines Bankers beschrieben. Sehr stark und metallastig, trotzdem von der Anfangsmelodie weiterhin durchwoben, mach der Song ein klares Statement.

„Maria“. Aufbauend auf einer alten Kirchenmelodie, haben Saltatio Mortis ein modernes, nein, ein vollkommen von der Zeit unabhängiges Lied geschaffen. Die Geschichte einer Frau, die ein ungewolltes Kind empfängt. Diese Geschichte hat auf ewig einen starken Hang zur Tragik. Eine Geschichte, eine Entscheidung, die voller Konsequenzen steckt und kaum richtig entschieden werden kann.

Die Melodie wird fröhlicher, der Ton ist voller Ironie. „Wir sind Papst“ greift moderne Phänomene auf, die einen Kern/ einen Bezug in unserer Geschichte haben. Da ist diese Nation natürlich auf besondere Weise vorbelastet. Um den Umgang damit geht es hier.

Wieder langsam in der Melodie, mit einem großartigen Dudelsacksolo. Der Text wieder krass, die Worte klar. „Augen zu“. Scheuen wir alle weg, wenn es um das Leid der anderen geht? Sind wir eine Gesellschaft, die auf Egoismus basiert? Ist es das, das alles in Ordnung ist, so lange man nur in sich selber hineinschaut, ohne auf irgendetwas anderes zu achten?

Schneller, mit hellerem Dudelsacksound kommt „Geradeaus“ daher. Es ist die Geschichte der Band in neuen Worten. Die Veränderung von allem und trotzdem ist das nicht schlimm, die Neider können reden. Alle Fans und die Band haben noch einen Weg vor sich. Hört sich gut an, oder? Ein wenig eine Fortführung des Liedes „Früher war alles besser“.

Und wieder leise, nur mit Klavier und der Stimme Aleas. „Erinnerung“ ist ein schönes Stück, melancholisch und trotzdem voller Glück und Freude. Der Rückblick auf gute alte Zeiten führt auch immer dieses Gefühl mit sich, Vergänglichkeit. Carpe Diem, gedenke deiner eigenen Sterblichkeit.

Elektronisch verzerrte Gitarren, ein rockig ungewohnter Gesangsstil. Musikalisch ist „Trinklied“, besonders in den Strophen, wirklich ein auffällig anderes Lied. Ein Lied über die Freundschaft, zum Alkohol? Da kann man wirklich einmal Prost sagen und feiern gehen. Mit leichtem Unterton in Richtung Alkoholkonsum.

Flötenklänge, passend zum Titel „Rattenfänger“ leiten das Lied ein. Über einen Mann, der am Ende doch noch Jede bekommen hat, egal mit welcher Methode.

„Todesengel“ hat zu Beginn etwas sehr Marsch-Lied-Ähnliches, durch die Trommeln etwas militärisches. Die leise Drehleier hat etwas Fernes und Fremdes im Klang, das von herannahendem Unheil zu künden scheint. Basierend auf der Geschichte von jüdischen Zwillingskindern, die zu Experimenten ins KZ geschickt wurden. Trotzdem konnte am Ende Vergebung gefunden werden. Das Lied erzählt von Güte und Stärke, die gegen die Ereignisse und Erinnerungen gewinnt. Basierend auf einer wahren Geschichte. Der Refrain ist wunderschön und vor diesem Hintergrund gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll.

Die „Vermessung des Glücks“ ist eine Frage, die schon in vielen Medien diskutiert wurde. Was ist Glück und wie kann ich es bekommen? Woran kann ich mein eigenes Glück messen und was mache ich dafür?

Seicht setzen die Gitarren ein. Langsam beginnt der Sänger sich zu verabschieden von einem Gesprächspartner. Es wird deutlich, dass es um gescheiterte Kommunikation geht. Es geht um große Gefühle und deren Vergänglichkeit. Die Poesie der Worte wird wohl jeden Berühren und besonders diejenigen, die diese Situation bereits erlebt haben. Eine aufwühlende Ballade.

BONUS

Wie ein Stück Kirchenmusik beginnt „Gossenpoet“, doch wird sofort klar, dass es nicht um Frömmigkeit geht. Es spricht das Gefühl und die Romantik des Spielmannsdaseins an.

Ein mysteriöses Dudelsackintro, untermalt mit einem elektronisch-drumig anmutenden Sound. Zum Thema „Mauern aus Angst“ so passend. Der schnelle und rockige Refrain bildet einen aufregenden Kontrast zum Dudelsackspiel. Das Thema ist ein Problem, dass man manchmal hat, wenn man eine Person lange kennt und dieser Person dementsprechend nahe steht. Wahrheit ist ein scharfes Schwert.

„Gaudete“ ist auf Latein und beginnt erst dem Kirchengesang ähnlich, langsam und heimlich, ändert sich dann um 100000% zu einem Rockstück, flott und nicht grade zurückhaltend.

Fazit:

Saltatio Mortis haben wieder einmal eine tolle Scheibe zusammengestellt. Besonders Zeitgemäß scheint die musikalische Kritik an der Gesellschaft zu sein. Die ja auch durchaus angemessen ist. Die Worte sind scharf und treffen zumindest bei mir auf einen fruchtbaren Boden. Das Album berührt sowohl auf einer persönlichen Ebene, als auch auf einer allgemein gesellschaftlichen, die Lebens- und Sichtweise betreffend. Es ist sicher kein einfaches Album, es ist ein Album, was den geneigten Hörer tiefgreifend erreichen kann. Es ist etwas, das hängen bleibt.

Wertung:     

 

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