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Saltatio Mortis - Licht und Schatten - Best of 2000-2014 - Ausführliche Fan-Version

Ausführliche Fan-Version. Für eine kürzere Review folgt bitte diesem Link: http://www.tommeks-musikwelt.de/cd-reviews/457-saltatio-mortis-licht-und-schatten-best-of-2000-2014-normale-version


Auf diesen zwei CDs findet sich eine Zusammenfassung aus nun über 15 Jahren Bandgeschichte. Saltatio Mortis feiern mit diesem Best of ihr Jubiläum. Und viel ist in den Jahren geschehen. Wir werden sehen, in wie weit diese CDs die musikalischen Veränderungen der Band festhält und ob Erinnerungen an frühere Konzerte wieder aufleben können.

Als Fan der Band möchte ich euch hier auch ein paar Einblicke in die vergangene Zeit geben, persönliche Erinnerungen mit euch teilen und des Weiteren auch umfangreiche Informationen zu den einzelnen Liedern bringen.

 

Mit „Früher war alles besser“ beginnt die erste der zwei CDs mit einem noch recht neuen Lied. Als Einstiegssong war „Früher war alles besser“ bereits auf dem schwarzen IXI zu finden. Zu diesem Lied gibt es auch ein lustiges Musikvideo. Dieses Video wurde in Zusammenarbeit mit der Fürstlichen Hofreitschule auf Schloss Bückeburg gedreht.

„Prometheus“ ist für mich immer untrennbar mit der Mittelalterversion verbunden. 2011 war ich zum ersten Mal bei einem Nachtkonzert von Saltatio Mortis. Damals war ich überwältigt von der Energie, die dieses Lied entfaltet. Die ganze Szenerie mit den Feuerwerfern vor dem dunklen Nachthimmel war einzigartig. Die Rockversion war zum ersten Mal auf der „Aus der Asche“ von 2007 zu finden. Diese CD kann als der Wendepunkt in der Bandgeschichte betitelt werden. Nach tiefgreifenden Veränderungen bei den Mitgliedern ist diese CD die erste Rockplatte mit der neuen Besetzung. An diesem Punkt ihrer Karriere sind die Musiker wie der Phönix aus der Asche wieder neu auferstanden und die verbleibenden Mitglieder an sich selbst gewachsen. „Prometheus“ selber stammt aus den griechischen Mythen.

Von der 2011 erschienenen „Sturm aufs Paradies“ ist das Lied „Habgier und Tot“. Diese Rock-Tour von SaMo war meine erste überhaupt. Wenn ich diese Lieder höre, dann habe ich wieder genau das selbe Gefühl wie damals. Ich kann es fast nicht glauben, dass ich damals noch gar nicht im Team-Tommeks- Musikwelt war und deshalb auch keine Review auf unserer Seite ist. Dieser Rock Song behandelt die möglichen Konsequenzen von Habgier. Ein Charakterzug, der recht unlogische Wege gehen kann. Hier sind diese Zwei, Habgier und Tod, einmal personifiziert worden und treffen im Konflikt aufeinander.

Ein politisch und gesellschaftlich motiviertes Lied ist „Wachstum über alles“. Mit der Verwendung von der Melodie der deutschen Nationalhymne und neuen, an den früheren Text angelegten, Lyrics war das Lied 2013 erst auf der Sigle, später mit dem schwarzen IXI, heiß diskutiert. Die Saltaten scheuen sich definitiv nicht davor zu provozieren. Sie nehmen ihre Rolle als Musiker, die in der Öffentlichkeit stehen, wahr, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Damals war ich besonders auch von der Singleversion angetan, da sich dort mehrere unterschiedliche Versionen des Liedes wiederfanden, wie beispielsweise vom Niveau oder von Omnia. Besonders aber mochte ich das Lied "Lebensweg", das für mich eines der großartigsten Stücke von SaMo ist, aber leider nur auf dieser Singleauskopplung als Bonustrack zu finden ist.

„Hochzeitstanz“ ist mit seinem Thema nicht weniger provokativ. Dieser Saltatio Mortis Klassiker ist von der „Sturm aufs Paradies“. Ähnlich wie Falcos „Jeanny“ behandelt dieses Lied eine fragwürdige Beziehung zwischen Mann und Frau. Aber seht selbst in dem dazugehörigen Musikvideo. Das Musikvideo erzählt eine ganze Geschichte und ist wirklich schön umgesetzt. Die Kostüme dazu sind von Lucardis Feist/ Feist Style.

Von Alea geschrieben und komponiert, zusammen mit Mik El Angelo, ist „Nichts bleibt mehr“. Das Lied wurde unteranderem durch die Ereignisse rund um die Bandaustritte von unterschiedlichen Mitgliedern 2006 inspiriert. Bis heute ist es eines der Lieder, das nur selten auf Live-Konzerten fehlt. Dafür ist auch die Atmosphäre bei Feuerschalen und Dunkelheit viel zu gut geschaffen, um dieses Lied zu begleiten. Außerdem war dieser Song besonders beliebt, um vom Duo „Das Niveau“ verarscht zu werden.

Wieder zurück zu neueren Liedern. „Satans Fall“ von dem schwarzen IXI bezieht sich auf die Geschichte von Satan. Die Lyrics zeigen, dass es wesentlich mehr als nur Schwarz und Weiß/ Licht und Schatten gibt. In direktem Vergleich zu den älteren Stücken kann man die Entwicklung der Band besonders gut wahrnehmen.

2009 bekam Saltatio Mortis die Chance mit der Queen of Rock Doro Pesch das Lied „Salome“ aufzunehmen. Es folgten viele Gastauftritte, beispielsweise bei dem legendären 10 Jährigen Jubiläum in Wuppertal 2010. Die Verschmelzung von Rock-, Mittelalter- und orientalischen Elementen funktioniert hier bestens. Auch in der Liveversion mit Alea und Jean ein echtes Highlight.

Von der „Sturm aufs Paradies“ kommt das Lied „Sündenfall“. Basierend auf der biblischen Geschichte des Sündenfalls, kann dieses Lied aber genauso auf andere Begebenheiten übertragen werden. Hin und wieder muss die jüngere Generation ihren Eltern auch schärfere Fragen stellen und deren Handeln hinterfragen.

„Ebenbild“ verdeutlicht die fragwürdigen Momente in der Genforschung. Wie wäre es, wenn man ein Klon wäre? Wie „Salome“ stammt auch „Ebenbild“ von der „Wer Wind Saet“ von 2009. Das dazugehörige Musikvideo ist ein echtes Meisterwerk, wenn ich das mal so sagen darf. Ich mag die Storyline von dem Standpunkt des Forschungsobjektes heraus. Außerdem verdeutlicht das Video auf mal mehr, mal weniger subtile Weise mögliche Probleme. Es ist sehr emotional und unterstreicht die Aussage des Lieds.

Der Sound von „Tritt ein“ holt den Hörer sofort ab und entführt in die Geschichte des Songs. Als eines der älteren Lieder, die auf den zwei CDs zu finden sind, steht es den neuen Stücken doch um kein Bisschen nach. Die „Des Königs Henker“ ist eine sehr martialische CD. Der Sound ist kantig und ist mit seiner schnellen und zackigen Melodie von allen CDs, die SaMo gemacht haben, klar zu erkennen.

Noch älter ist „Falsche Freunde“. Hier merkt man klar und eindeutig, wie unterschiedlich der Sound im Frühling der Band war. 2004 entsteht die zweite Elektro-CD der Band. Persönlich mag ich den Sound der alten Lieder sehr. Wie man daran sieht, dass Lieder wie „Falsche Freunde“ oder „Koma“ auch heute noch auf den Konzerten gespielt werden, ist ihre Existenz mehr als berechtigt. Auch wenn die Band heute einen anderen Weg eingeschlagen hat. Besonders der instrumentale Part von „Falsche Freunde“ ist absolut cool und eine Einladung für alle neueren Fans von Saltatio Mortis, sich auch mit den alten CDs anzufreunden.

Der Abschluss der ersten CD ist der „Spielmannsschwur“, SaMos Hymne auf das Spielmannsleben. Ein Song und ein Sound, der auf diesen Jubiläums-CDs nicht fehlen darf. Früher, wenn die Saltaten auf dem MPS die Bühne verließen, wurden sie mit dem typischen Oh-Oh-Oh Chören wieder zurück auf die Bühne geholt, um ihre Zugabe zum Besten zu geben.

Damit beginnt der zweite Teil der Jubiläumssongs.

„Ode an die Feindschaft“ war für mich damals die wahre Hymne. Wer kennt diese Menschen nicht, denen man gerne mal sagen würde, wie wenig man sie mag. Diese Menschen, die auf der ganz persönlichen schwarzen Liste stehen. Ich habe das Lied gefeiert, für den Mut und die Stärke, die es geben kann. Live hat das Lied eine ganz besondere Energie erhalten, wenn das ganze Publikum mitgesungen hat und wahrscheinlich jeder seinen Frust einmal rausschreien konnte. Aber als meine erste Rock-Tour als Fan wird die „Sturm aufs Paradies“ sowieso immer einen besonderen Stellenwert innehaben.

Als „Idol“ wollen die Spielmänner allerdings nicht gesehen werden. Das machen sie auf der „Das schwarze IXI“ von 2013 deutlich. Sie haben als Menschen noch mehr Facetten, als die Personen, die auf der Bühne stehen. Deswegen ermutigen sie alle, lieber an sich selbst zu glauben, als an andere Menschen.

Dieses Intro! Eines der emotionalsten und gleichzeitig aktuellsten Lieder ist „Krieg kennt keine Sieger“, ebenfalls vom schwarzen IXI. Hier werden die Songtexterkünste von Lasterbalk besonders deutlich. In der momentanen politischen Situation darf dieses Lied auf dieser CD nicht fehlen. Es macht ein Statement, das nicht überhört werden sollte.

„Eulenspiegel“ ist eine Figur, die damals mit seinen Streichen auf Ungerechtigkeiten und gesellschaftliche Probleme aufmerksam gemacht hat. Außerdem diente der eingängige Refrain auf den Konzerten bald als eine Ablöse vom Oh-Oh-Oh des Spielmannsschwurs. Bald wurde dann nach der Veröffentlichung der „Sturm aufs Paradies“ das Na-Na-Na in den Konzerthallen gesungen.

Eine Geschichte, die die Saltaten von ihren Afrika-Reisen mit Heim brachten ist „Schloss Duwisib“. Die Geschichte hinter dem Lied ist, verbunden mit den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zeit, besonders tragisch. Der orientalische Sound des Liedes passt besonders zu dem Setting der eigentlichen Geschichte in Afrika. Auf dem MPS passt das Lied in seiner Mittelalterversion besonders gut rein. Trotz des Dramas lädt das Lied zum Träumen ein.

Von der „Wer Wind Saet“ stammt „Freiheit“. Auch ein weiterer Klassiker von Saltatio Mortis. Die Geschichte des Vogels in Gefangenschaft ist übertragbar auf alle Lebewesen, vielleicht auch besonders auf uns selber. Wer hat es nicht schon mal erlebt, dass man sich in der Beziehung zu einem anderen Menschen gefangen gefühlt hat. „Freiheit“ ist eines der Lieder, deren Situation sicher viele bereits erlebt haben und daher nachfühlen können. Die Nachvollziehbarkeit und die Nähe zum alltäglichen Leben haben mich persönlich immer zu den Lyrics von SaMo hingezogen.

„Salz der Erde“ präsentiert sofort wieder den typischen Sound der „Des Königs Henker“. Das Thema des Krieges ist seit den Beginnen der Band dabei, es zieht sich quasi wie ein rotes Band durch die Alben. Musikalisch liegt der Schwerpunkt von „Salz der Erde“ bei E-Gitarren und harten Riffs.

Wie bereits schon erwähnt ist „Koma“ auch heute noch Teil der Liveauftritte der Band. Von einem zutiefst emotionalen Lied hat sich „Koma“ wahrscheinlich wegen seinem prägnanten Refrain immer mehr auch zu einem Partylied entwickelt. Der Wunsch von jemandem festgehalten zu werden ist auch wesentlich allgemeiner als nur auf den (unweigerlich) bevorstehenden Tod bezogen. Dieses Lied ist von privaten Ereignissen der Bandmitglieder inspiriert worden und besitzt daher eine tiefe Bedeutung.

Der Jubiläumsteil endet mit „Letzte Worte“. Ein ruhigeres und sehr emotionales Lied, zu dem ein ebenso packendes Musikvideo existiert. Das Lied wirft existentielle Fragen auf, wie „Was bleibt von mir?“, „Was habe ich getan?“, „Was war, was ist, was bleibt?“. Es ist eine Art Abrechnung mit dem Leben. Weil ich das Musikvideo so oft gesehen habe, hab ich am Ende doch glatt noch die Wiederholung des Refrains erwartet, weil der Song für die Credits erweitert wurde.

Als Bonus bekommen wir auf der zweiten CD noch drei neue Lieder.

Mit „Schöne neue Welt“ bekommt der Hörer Rock auf die Ohren. Es dreht sich um die Fragen, die die moderne Technik mit sich bringt. Der Verlust der Privatsphäre für die Nutzung von Apps und anderen Diensten. Wo fängt die Kontrolle an? Was geschieht, wenn du doch mal etwas „Falsches“ machst? Die Geschichte erzählt uns, was durchaus alles passieren kann und ob wir nicht mehr gegen das Datenphishing tun sollten. Das Lied regt definitiv zum Nachdenken an.

„Fatum“, Schicksal, erzählt die Geschichten von unterschiedlichen Menschen einer Familie. Selbst dann, wenn die Vergangenheit vergessen ist, kann es trotzdem zu Wiederholungen führen. Das Lied ist sehr melodisch und hat einen eingängigen Refrain. Und auch hier ist das Thema Krieg wieder präsent. Auf der anderen Seite werden gesellschaftliche Probleme angesprochen, die in der heutigen Zeit genauso wie vor Jahrhunderten schon brisant waren.

Das Intro setzt sich schnell musikalisch von den vorigen Liedern ab. Der Mittelalter-Rock-Sound kommt erst später dazu. „Weiß wie Schnee“ erzählt die Geschichte von Frau Holle. Dabei gehen die Lyrics über die moderne Version der Frau Holle hinaus und erzählen von der antiken Figur aus alten Mythen. Der relativ kurze Instrumentalpart hat eine sehr interessante Melodie. Vielleicht irre ich mich, aber der verwendete Dudelsack klingt wie Elsis Uilleann Pipe.



Fazit: Für alle, die noch recht neue Fans von Saltatio Mortis sind, sind diese zwei CDs sehr gut geeignet, um die Vielfältigkeit des Sounds kennen zu lernen, den SaMo bereits gespielt haben. Vielleicht ermuntert das Best Of einige, sich auch den älteren CDs wie „Erwachen“ oder „Des Königs Henker“ zu widmen. Die alten Alben haben viel zu bieten, wenn es darum geht auch andere Seiten und die Entwicklung der Band zu verfolgen. Nicht alle der guten Lieder von den Platten haben es auf diese Best Of geschafft, von daher gibt es noch viele andere Lieder zu entdecken.

Aber auch für alte Fans bietet die „Licht und Schatten“ allerhand. Ich habe mich sehr gefreut zu bemerken, dass ich noch viele der alten Lieder mitsingen kann. Außerdem erinnert man sich an viele vergangene Momente von Konzerten oder anderen Begebenheiten, die man mit der Musik von SaMo verbindet.

Allgemein ist diese Auswahl der Lieder für die Best of 2000-2014 gut gelungen. Sicher wird dem Einzelnen das ein oder andere Lied fehlen. Trotzdem finden sich hier die wichtigsten Songs der bisherigen Bandgeschichte zusammen.

Wertung:     

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