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Ignis Fatuu - Meisterstich

Die Nürnberger Mittelalterrocker P.G. (Vocals), Irene (Vocals, Flöten, Dudelsack und Schalmeien), Carsten (Drums), Peter (Gitarre), Max (Gitarre), Nico (Drehleier und Dudelsack) und Fabi (Bass) bringen drei Jahre nach „Unendlich viele Wege“ mit ihrem Albrecht Dürer-Konzeptalbum „Meisterstich“ eine neues musikalisches Werk an den Start. Das Album von Ignis Fatuu erschien am 08.07.2016 bei TrollZorn. In Zusammenarbeit mit Subway to Sally- Legende Simon Michael entstand das erste Renaissance- Rock- Album Deutschlands.

Ich habe es mir für euch einmal angehört.

 

Hier die Tracklist:

  1. Die vier Reiter der Apokalypse 1497

  2. Nemesis c. 1501

  3. Ritter, Tod und Teufel 1513

  4. Rhinocerus 1515

  5. Der Liebestraum des Doktors c. 1498

  6. Satyr und Nymphe 1505

  7. Die wunderbare Sau von Landser 1496

  8. Melencolia I 1514

  9. Adam und Eva 1504

  10. Das Meerwunder c. 1498

  11. Sternenfall (Die Eröffnung des sechsten Siegels) c. 1497

  12. Der Dudelsackspieler 1514

  13. Der hl. Hieronymus im Gehäus 1514

 

Der Opener „Die vier Reiter der Apokalypse 1497“ eröffnet die Platte mit treibenden Riffs, balladenartigen Parts und einem Mitsing-Refrain „Lauf, lauf, lauf, schau nicht zurück. Laufe um dein Leben. Lauf, lauf, lauf, schau nicht zurück. Es wird kein zweites geben.“ Eine perfekt abgestimmte Mischung aus krachigen und ruhigeren Elementen. Ohrwurmgarantie!

 

Hier das Video zu „Die vier Reiter der Apokalypse“:

 

„Nemesis c. 1501“ überzeugt mit genial gespielten E-Gitarren, welche von Flöten und Drums ergänzt werden. Im Mittelteil dürfen Bass und Drums zeigen was sie können, bevor es mit dem E-Gitarren-Flöten-Duett weiter geht. Zum Schluss darf auch die Drehleier in einem kleinen Solo zeigen, dass sie absolut zu Recht ihren Platz bei Ignis Fatuu hat.

Ein weiteres Highlight liefern die Spielleute mit „Ritter, Tod und Teufel 1513“.Wieder recht metallastig, aber dieses Mal mit deutlich mehr Dudelsäcken und Elementen der Mittelaltermarktmusik ist dieses Lied etwas düsterer als die vorherigen.

Weiter geht es mit „Rhinocerus 1515“. Der Text wird zum Teil gesprochen und rückt dadurch in den Vordergrund. „Rhi-ra-rhinocerus!“. Lässt sich sicher gut auf Konzerten und Märkten mitgrölen. Musikalisch tut sich das Lied nicht viel mit den vorherigen auf der Platte.

„Der Liebestraum des Doktors c. 1498“ ist deutlich folklastiger. Die Flöten und Dudelsäcke bekommen hier im Intro und im Refrain ihren großen Auftritt. Der Text wird stellenweise mit einer fiesen, gemeinen Stimme gesprochen. Ein tolles Stilmittel, um eine gewisse Spannung zu erzeugen und das Stück noch lebendiger zu gestalten.

Ein wunderschönes Duett liefern sich Irene und P.G. bei„Satyr und Nymphe 1505“. Das Lied beschreibt eine Liebesbeziehung zwischen einem Satyr und einer Nymphe. „Gegensätze ziehen sich an.“ Ein alter Text, der auch heute nicht an Bedeutung verloren hat, wenn einmal zwischen den Zeilen hört. Schöner Akustik-Folk wird hier durch ein paar E-Gitarren aufgepeppt. Diese verleihen dem Lied die nötige Härte, damit es keine Weichspül-Ballade wird.

„Die wunderbare Sau von Landser 1496“ ist sehr rockig. Drehleiern, E-Gitarren und Drums stehen hier im Vordergrund und liefern das perfekte musikalische Gewand für den Text. P.G. beweist hier wieder einmal, was er gesanglich auf dem Kasten hat. Mal gesprochen, mal gesungen setzt er seine Stimme gekonnt ein und haucht so dem Lied Leben und einen unverwechselbaren Sound ein.

Mit „Melencolia I 1514“ erklingt eine sanfte Ballade, welche den Zuhörer in ferne Länder, zu rauschenden Bächen und unendliche Weiten entführt. Ein gekonnter Stilbruch, welcher das Album etwas auflockert und eine willkommene Abwechslung zu dem Mittelalter-Rock der letzten Stücke bietet.

Bei „Adam und Eva 1504“ ist es mit der ruhigen Stimmung auch schon wieder vorbei und es geht weiter mit Metal und Folk. Das Lied erzählt von Versuchung, Sünde und das vermeintliche Paradies. Ein schönes Lied mit Mitsing-Refrain und Ohrwurmgarantie.

„Das Meerwunder c. 1498“ besticht durch ein wunderschönes Intro, welches den Zuhörer sofort in seinen Bann zieht. Irene's Stimme passt perfekt zum Text, welcher ebenso gut von einer Nixe oder Nymphe gesungen werden könnte. Das Lied berichtet von der Schönheit und den Wundern des Meeres, von Sehnsucht, Leidenschaft und Leid. Eine starke Power- Ballade und mein persönliches Highlight des Albums.

„Sternenfall (Die Eröffnung des sechsten Siegels) c. 1497“ ist eine Folk- Metal-Hymne mit großartigen Chören, welchem dem Lied einen noch volleren, warmen Klang verleihen und einen tollen Bruch zu den harten Metal-Klängen liefern. Die Blockflöte sorgt bei dem Song für eine gewisse Leichtigkeit und den nötigen Mittelalter-Touch.

„Der Dudelsackspieler 1514“ macht seinem Namen alle Ehre. Das Lied ist ein Mittelaltermarktsong vom allerfeinsten. Da das Stück rein instrumental gespielt wird, lenkt kein Text von den hervorragend und vielschichtig gespielten Instrumenten ab.

„Der hl. Hieronymus im Gehäus 1514“ erzählt die Geschichte des heiligen Hieronymus. Eine Drehleier bereitet dem Gesang einen fast schon meditativen Klangteppich, welcher aber keinesfalls vom Text ablenkt.

 

Fazit:

Klar erkennbar ist der rote Faden des Albums. Mittelalter-Metal vom Feinsten. Perfekt auf einander abgestimmte Instrumente harmonieren mit dem Gesang. „Melencolia I 1514“ und „Der hl. Hieronymus im Gehäus 1514“ bieten eine erfrischende Abwechslung zum sonst sehr dominierenden, aber perfekt gespieltem und arrangiertem Mittelalter-Rock auf der Platte.

Für Fans von Mittelalter-Rock, softem Metal und Bands wie Corvus Corax, In ora mundi und Saltatio Mortis.

Wertung:     

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