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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Faun - Midgard

Seit siebzehn Jahren kann man bereits auf beste Folkmusik von der Band Faun vertrauen. Jetzt haben sie ihr neuntes Studioalbum „Midgard“ rausgebracht. Midgard ist die Welt der Menschen, ein Ort umringt von den Mythen und Sagen der Germanen. So entführt bereits das Artwork der CD in eine weit entfernte Welt, die sich hinter den Nebeln der Zeit verbirgt.

Der „Prolog“ zu Midgard lädt uns ein, die Faune auf der Reise in den Norden zu begleiten und mit ihnen tief in die Geschichten und Klänge einzutauchen.

Klare Flötentöne, begleitet von einer Harfe, stimmen das Lied „Federkleid“ an. Zart und zerbrechlich, aber gleichzeitig stark begegnen dem Hörer die Stimmen von Katja und Fiona. Traumhaft ist der Gedanke an die Verwandlung in Vögel, denn sie erzählt von grenzenloser Freiheit. Die Melodie ist mitreißend und eingängig. Wer sich davon überzeugen möchte kann einfach diesem Link zu ihrem Musikvideo folgen.

 

 

„Lughnasad“ der Sonnenreigen beginnt langsam, eine Flöte spielt zu Beginn die Melodie, dann erst setzt Gesang ein. Besungen wird das Rad der Zeit, das sich stetig weiter dreht. Alles vergeht und kommt trotzdem wieder zurück. Der Refrain ist schnell und melodisch, typisch Faun.

„Alba II“ ist die neue Version der Liedes Alba, das zuerst auf der CD Eden zu hören war. Diese neue Version ist das Ergebnis vieler Jahre auf den Bühnen der Welt. Das Lied hat sich weiter entwickelt und verändert. Alle Faun-Fans wird es besonders freuen, dass es diese Version endlich auf einen Tonträger geschafft hat. Zusammen mit den Gastmusikern Efren Lopez und Maya Friedman ist Alba II über sich hinaus gewachsen.

Der Grundton von „Nacht des Nordens“ unterscheidet sich von den bisherigen Liedern. Der Rhythmus ist kräftiger, prägnanter, die Melodie nimmt den Hörer mit auf eine traumartige Reise. Die Versprechen, die besungen werden, verleiten dazu, einfach der Musik zu folgen. Ein ausgeprägter Instrumentalteil unterstützt diese ästhetische Verschwommenheit von Wachen und Träumen.

Langsam und wunderschön entwickelt sich „MacBeth“. Die Worte, basierend auf der Geschichte MacBeth, bringen mir Gänsehaut. Es ist die Verbindung von Worten und Melodie, die Faun zu einer herausragenden Größe der Szene machen. Das beweisen sie hier wieder voll und ganz. Die feinsinnige Stimme von Oliver S. Tyr verschmilzt mit der Musik zu einem Gesamtbild.

„Gold und Seide“ erzählt eine Geschichte von Liebe und Freiheit. Die Stimmgewalt von Katja Moslehner ist wirklich unglaublich. Dieses Lied einmal live zu hören ist definitiv ein Ziel.

Eine wunderschöne Singstimme hat auch Stephan Groth, der in „Brandan“ von großen Reisen über schier uferlose Ozeane singt. Die weite der Welt in ihrer Musik einzufangen ist eines der Markenzeichen von Faun.

Düsterer und entfernt wirken die Klänge von „Odin“, wie aus einer anderen Zeit. Dieses besondere Lied wurde in Zusammenarbeit mit Wardruna erschaffen, die besonders für die Mitarbeit am Soundtrack der Serie Vikings bekannt sind. So setzen Wardruna auch bei „Odin“ ihren Stempel auf das Werk. Herausgekommen ist ein großartiges und spannendes Lied, das dem Titel der CD alle Ehre macht.

Ein ewiger Klassiker in der Mittelalterszene ist das Lied „Rabenballade“. In ihrer eigenen Interpretation der Weise bleibt die Aktualität der Worte im Gedächtnis. Heute so wie im Schottischen Mittelalter, in dem „Twa Corbies“ entstand, bringt ein Krieg diese Form des Leides über die Menschen. Die Rabenballade beruht auf dem schottischen Twa Corbies.

Zum Schluss geben uns die Faune ihre Ballade „Lange Schatten“ mit auf den Weg. Eine warme und freundliche Geschichte eines Tages, von Anbruch bis Sonnenuntergang. Es ist eine Art Gute Nacht Lied, das von ständigem Wandel kündet. Ein sanfter Abschied an die Hörer und ein schönes Ende dieser CD.

Fazit: Die Faune haben es erneut geschafft mit ihren Klängen in entfernte Welten zu entführen und die nordischen Sagen so ein kleines Stück näher zu bringen. Musikalisch und Textlich ist diese CD ein Hochgenuss, nicht nur für die Fans von Folk. Trotz des festen Themas dieser CD ist sie nicht einseitig. Viele unterschiedliche Ansätze in den Liedern beleuchten die Mythenwelt der Germanen von vielen unterschiedlichen Seiten. Diese Vielfalt macht jedes einzelne Lied zu etwas besonderem, dass, wie die anderen, zu der Gesamtheit von „Midgard“ seinen Teil beiträgt.

Wertung:     

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