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Harpyie – Anima

Anima, die vierte Platte der Harpyien, setzt die 2011 begonnene Reise der Sagenvögel weiter fort. Die Folk-Metal Band blickt in diesem Werk durch die Augen der Tiere auf uns Menschen und hinterfragt einige Tatsachen der Zivilisation.

„Anima“, der Titeltrack der CD, spricht als Tier eine Rede gegen den Menschen. Gesprochen wird diese Passage von dem Satiriker Dietmar Wischmeyer.

Zierliche Klänge vermischen sich mit martialischem Gesang und Drums. Hier wird auch etwas Elektronik verwendet. „Ambra“ scheint inspiriert von Walfängergeschichten wie Mobby Dick.

Sehr melodisch holt „Schneeblind“ den Hörer von der ersten Sekunde an. Die Wettrennen der frühen Entdecker an den Polen scheinen hier die Geschichte anzuregen. Der Wunsch von Menschen unvergessen zu sein bestimmt dieses Höllenrennen, das den Protagonisten Sinne und Kräfte raubt.

Ein Geigenintro leitet diesen Song ein. „Flieg Master“ erzählt von dem Wunsch des Menschen, der Schwerkraft zu trotzen und sich frei wie die Vögel in den Himmel zu erheben. Der Sound ist mitreißend und der Refrain ist eingängig.

„Rasputin“ ist eine sagenumwobene Gestalt der frühen russischen Politik und der Kirche. Der Klang des Liedes ist an russische Folklore angelehnt und passt sich somit dem geschichtlichen Hintergrund an.

Musikalisch ist der Refrain von „Totem“ besonders überwältigend. Die Geschwindigkeit des Sprechgesangs bei diesem Lied ist wirklich unglaublich. Dieses Lied beeindruckt mit seinem vielfältigen Soundgewand. Textlich basiert das Lied auf dem Glauben, dass ein Totem in Beziehungen zu Menschen steht. Totem können da verallgemeinernd unterschiedliche Teile der Natur sein, beispielsweise Tiere.

Langsam und melodiös beginnt das nächste Lied. „Vom alten Eisen“ beginnt langsam, bis Drums und E-Gitarre einsetzen. Die Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Maschine, nach Geist und Leere wird hier gestellt. Ab wann ist eine Maschine kein Ding mehr und ab wann ist künstliche Intelligenz Intelligenz?

Marschierend setzen die Trommeln bei „Dynamit“ ein. Eindeutige Assoziationen weckt der Text dieses Liedes, denn ob die Menschen nun wirklich ein Segen für diese Welt sind, ist mehr als fraglich.

„Jagdfieber“ ist sehr eingängig. Mit seiner relativ fröhlichen Melodie betont der Text die Übermacht des Jägers gegenüber der Beute. Diese Beute ist ihrem Jäger nahezu hilflos ausgeliefert.

 

 

Leise und nahezu sanft beginnt dieses Lied, sodass es kaum weniger zu seinem Titel passen könnte. „Berserker“ entfaltet seinen Schwung mit der Zeit. Die Figur des Berserkers erscheint hier als Metapher, der gesamte Text als Allegorie auf das moderne Leben.

Mit dem Piano startet „Löwenherz“ sehr klassisch und episch in das Lied. Der Refrain nimmt die Gedanken auf, die beim lesen des Titels bei mir aufkamen. Richard Löwenherz ist schließlich eine große Sagengestalt.

„Schöne neue Welt“ erzählt von den Ungerechtigkeiten, den Kriegen, und den Tatsachen, die den Wunsch nach eben dieser neuen Welt aufkommen lassen. Die Lösung für die Erschaffung dieser Welt liefern die Harpyien auch gleich mit.

Das letzte Lied der CD beginnt mit schnellem und fröhlichem Sound. Die Instrumente sind hier sehr folkloristisch. „Unter Geiern“ wirkt wie ein Lied, das Spielleute in der Nacht an einem Lagerfeuer spielen könnten. Darüber hinaus ist der Refrain äußerst Tanzbar und antreibend.



Fazit: Geschliffener Sound, rockig, kantig und teilweise unangenehm in der Botschaft, so kommt das Album daher. Anima ist ein interessanter Mix aus verschiedenen Geschichten, die auch alle in unsere Welt und heutige Sichtweise übertragen werden können. Damit einher geht die Anklage von Zuständen wie Tier- und Naturschutz, oder dem technischen Fortschritt. Der musikalische Einfluss von Ben Metzner (Feuerschwanz, D’Artagnan), der Flöten und Dudelsäcke eingespielt hat, ist unverkennbar. Rundum ist das Album ein erstklassiges Musikstück, dass durch die Vielfalt in Text und Klang zu überzeugen weiß.

Wertung:     

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