W E R B U N G
MPS-Fotos.de - Die MPS-Fotocommunity

Waldkauz - Mythos

Die Waldkäuze haben letzte Woche ihren neuen Silberling heraus gebracht. Dem Namen „Mythos“ zu urteilen, wird es sich um Geschichten aus vergangenen Tagen drehen. Gemäß dem paganistischen und folkloristischem Hintergrund der Band erwarte ich von dieser CD in unterschiedliche Kulturen und somit auch vielfältige Klangwelten entführt zu werden.

Atmosphärisch und langsam fängt die CD mit dem Lied „Zwielicht“ an. Gehaucht und geflüstert werden die Zuhörer in den Bann gezogen. Der musikalische Weg in Waldkauz‘ Geschichten kann beginnen.

Stimmungsvoll und orientalisch breitet sich der Sound von „Mati Syra Zemlya“ aus. Gesang setzt erst zur Hälfte des Liedes ein. Besungen wird die slavische Göttin der Fruchtbarkeit.

Musikalisch ist „Am Wegesrand“ einer meiner totalen Favoriten des Albums. Der Sound ist abgerundet, vielschichtig und holt den Hörer von der ersten Sekunde an ab. Textlich ist das Lied dem Schwinden der Natur gewidmet und der menschlichen Verlorenheit in der modernen Welt. Es ist sowohl klanglich, als auch gesanglich ein Nachdenken über Werte und Erkenntnis. Tolle Flötenparts vermengen sich mit der allgemeinen Melodie zu einem schönen Gesamtkonstrukt.

„Ringaloo ya Merry-o“ scheint die Vorstellung von Feenwesen aus dem irischen Raum aufzugreifen. Der Song hat sehr schöne Drum/Percussion und Harfen Parts.

Ruhig und getragen beginnt „Father of Sone“ und hebt sich damit von den bisherigen Songs ab. Es entwickelt sich mit der Zeit eine Art musikalischer Sog, der die Zuhörer tief in die Geschichte hineinzieht. Die musikalische Umsetzung unterstreicht das Setting der Geschichte. Im Booklet findet man die Sage zu diesem Stück noch einmal niedergeschrieben.

„Leshy“ ist ebenfalls ein ruhigeres Lied auf der CD. Geflüster erzählt von einem russischen Volksmärchen. Dann ändert sich der Rhythmus, zieht das Tempo an und der Song bekommt eine zweite Gestalt. Spätestens hier wird die Vielfalt der Instrumente deutlich, die von der Band verwendet werden.

 

Ein schnelles Lied mit treibender Melodie ist „Mond und Sonne“. Vom Sound her scheint es eine Art Tanz- und Trancelied zu sein.

Es folgt ein instrumentales Stück. „Woods of Ukraine“. Relativ kurz mit interessanter Melodie bildet es ein Zwischenstück zwischen den schnellen Liedern davor und danach.

Mein zweiter Favorit ist „Baba Jaga“. Hier nehmen die Drums einen großen Teil ein und treiben die Melodie quasi vor sich her. Das Zusammenspiel mit dem Flötensound und dem Gesang funktioniert sehr gut. Insgesamt ist das Stück sehr rund und zeigt unterschiedliche Qualitäten. Das instrumentale Mittel-/Endstück unterscheidet sich nochmal stark von dem Rest. Das bricht den Tonus des Liedes auf und macht es noch interessanter.

„Waldlandreich“ lädt zum Träumen ein. Der gesungene Text erzählt von einer besonderen Reise. Unterstrichen durch die sanften Flötentöne und die Harfe kommt der feen- und traumhafte Charakter des Liedes besonders durch.

Eine Geschichte, unterlegt mit anders anmutender Musik, ist „Hinter der Brombeerhecke“. Dabei mutet das Stück, auch durch die gesprochenen und nicht gesungenen Worte, an ein Hörspiel an. Ein Hörspiel das ein anderes Licht und eine andere Perspektive auf unsere Konsumgesellschaft wirft.

Froschquaken leitet „Vom Wassermann“ ein. Musikalisch ist das Lied ruhiger gehalten. Das Cello bekommt einen ganz besonderen Part. Dessen Klang passt besonders gut zu der restlichen Untermalung des Liedes. Auch hier verschmelzen die gewählten Instrumente und deren Eigenarten in der Klangfarbe sehr gut mit der Aussage der Geschichte.

„Karneia“ wird in Griechisch gesungen und ist ein Festlied. Mehr über die Herkunft und den Brauch findet man im Booklet der CD.

Wie ein Tanzlied zu einem Frühlings- oder Sommerfest klingt „Raigan Dannsa“. Fröhlich, entspannt und frisch klingt die Melodie dieses Liedes. Ich muss beim Hören sofort an Sonnenstrahlen, kurze Kleider und Blumenkronen denken. Dies ist auch ein rein instrumentales Stück.

Sehr sphärisch und durch die Art des Flötenklangs irgendwie historisch wirkt „Dimna Juda“. Das ist ein Volkstanz aus dem baltischen Raum.

Zuletzt ist ein Remix auf der CD „Mythos“ zu finden. Hier hat Niel Mitra von der Band Faun das Lied „Waldlandreich“ noch einmal umgeformt.



Fazit: Wie bei fast jeder CD gibt es Teile die besonders gut gefallen und andere weniger. Auf jeden Fall sieht man die Entwicklung der Band seit ihrer letzten CD. Insgesamt sind besonders die vertonten Geschichten und Sagen sehr gut gelungen. Die Instrumente sind vielfältig und großartig auf einander abgestimmt. Die Verwendung besonderer Instrumente wie Bodhran und Cello sind auf die jeweiligen Lieder angeglichen, sodass diesen Liedern wiederum ein besonderes Gefühl verliehen wird das sie von anderen Stücken abhebt. Die Erwartungen, die ich hatte wurden auf jeden Fall erfüllt. Die CD wird sicher alle erfreuen, die gerne Folk und Paganmusik hören.

Wertung:     

 

Zum Seitenanfang