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Sabaton Live in Hamburg 2015

Was gibt es romantischeres als auf ein Konzert zu gehen? Richtig – nichts. Für mich gab es somit nichts passenderes als mir bereits Monate im Voraus die Karten für diese Show am Valentinstag zu sichern.

Sabaton konnte ich heute zum zweiten Mal live in Action erleben, das letzte mal sind sie jedoch noch vor ca 1000 Leuten in der Großen Freiheit aufgetreten. An diesem Abend jedoch füllte sich eine verdammt große Sporthalle mit annähernd 7000 Menschen. Nicht das größte Konzert auf dem ich bisher war, aber dennoch schon eine Nummer für sich.

In meinen Augen war das Personal der Alsterdorfer Sporthalle mit dem Event insgesamt überfordert, es gab lediglich 3 Eingänge, nur an einem konnten diejenigen mit einem Onlineticket überhaupt rein. Diese doch nicht ganz unwichtige Information war jedoch nirgends ausgeschildert, sondern wurde lediglich einmal kurz ca. 30 Minuten vor Einlass einmal von einem der Securityleute zugerufen. Diejenigen, die weiter hinten standen waren also ewig lange in der falschen Reihe. Abgehakt wurde per Strichliste nachdem die Einlasser erst einmal die Nummern suchen mussten. Diese Praktik ist für ein kleinen Gig im örtlichen Club vollkommen legitim, doch bei einer so großen Anzahl an verkauften Karten hätte ich doch mit elektronischen Scannern an jedem Eingang gerechnet.

Sehr zum Glück meiner Begleitung und mir waren wir jedoch recht weit vorne und konnten so den richtigen Eingang nutzen. Die Garderobe war mit 2,20€ etwas teuer, gleiches gilt für das 4€ Bier. Gerade letzteres ist allerdings mittlerweile (leider) normal.

Beim Betreten der Sporthalle an sich bekam man einen guten Eindruck davon, wie weit Sabaton es in ihrer bisherigen Karriere gebracht haben. Immerhin war der Hamburger Halt auch der größte der Tour.

Scheinbar zog sich der Einlass noch ein wenig hin, jedenfalls begann die erste Band eine halbe Stunde später als angegeben.

Den Opener machten Battle Beast aus Finnland, dabei lieferten sie keine herausragende Show ab, jedoch war der Sound sauber, die Stimme der Frontfrau ordentlich und insgesamt vollkommen in Ordnung. Das Publikum machte gut mit, die andauernden „Noch ein Bier“ Rufe, welche uns schon in der S-Bahn begleiteten waren jedoch voll daneben. 

Als zweiter Act des Tages stand Delain auf dem Plan. Diese setzten auf eine größere Show, kamen jedoch musikalisch nicht an Battle Beast heran. In meinen Augen hörten sich die meisten Songs zu großen Teilen gleich langweilig an, auch wenn einige Riffs durchaus Potenzial hatten. Die Sängerin konnte sich an kaum einer Stelle gegen die Instrumente durchsetzen. In meinen Augen hätten Delain und Battle Beast die Reihenfolge tauschen sollen, ein Großteil des Publikums schien diese Meinung zu teilen, denn die „Noch ein Bier“ Rufe nahmen hier zu. Das kann allerdings auch daran liegen, das Chris von Sabaton bei einem Song bereits die Saiten geschrubbt hatte.

Nach kurzer Wartezeit ging es dann endlich mit Sabaton los. Bereits die Einspielungen von „Final Countdown“ und „March to War“ wurden begeistert mitgesungen. Zum eröffnenden „Ghost Division“ ging die Menge schon gut ab. Teilweise zu gut, denn von Anfang an wurde geschubst, getreten und gedrängelt. Ich rede hier nicht vom üblichen Moshpit, sondern von teilweise wirklich aggressivem Verhalten. 
Mit „To Hell and Back“ sowie „Carolus Rex“ lieferte die Band eine grandiose Show ab, der Sound war wie bereits bei den Vorbands gut gemischt, es wurde definitiv nicht am Mischer gespart.

Bereits jetzt hatte ich starke Schmerzen im Rücken, da einige Leute meinten, mir dauerhaft zeigen zu müssen, was für starke Knochen sie doch von Mutter Natur bekommen haben. Ans mitmachen konnte ich trotz meiner 1,87 nicht wirklich denken, man wurde einfach dauerhaft umher geworfen.

Nichts desto trotz legten Sabaton mit „Soldier of 3 Armies“ gut vor, „Gott mit Uns“ wurde wie üblich zu „Noch ein Bier“ umgetextet. Teilweise entwickelte sich ein Gefühl wie man es sonst von Alestorm kennt.

Mit „7734“ holten die Schweden nun endlich einen älteren Song hervor. Anschließend wurde vom Publikum „Swedish Pagans“ angestimmt und auch von der Band aufgegriffen. Mit „Resist and Bite“ kam gleich darauf noch ein schneller Reißer, dicht gefolgt von „40:1“

Erst bei der schwedischen Version von „A Lifetime of War“ kehrte langsam wieder ein wenig Ruhe ein und die hunderten Handys und Feuerzeuge bildeten ein wunderschönes Lichtermeer.

Far from the Fame“ war da gleich wieder ein wenig fixer. Im Anschluss konnte dann das Publikum entscheiden ob nun „White Death“ oder „Uprising“ gespielt wird. Man entschied sich für letzteres und die Fans wurden nicht enttäuscht, auch wenn einige natürlich lieber „Uprising“ gehört hätten.


Es folgte nun eine gewollte Pause, denn dass Sabaton noch eine Zugabe abliefern war ja wohl zu erwarten. Passend zu „Night Witches“ wurden dann riesige Adler ausgefahren, lediglich die leuchtend roten Augen ließen das ganze ein wenig lächerlich wirken. Das tat dem Song jedoch keinen Abbruch, insgesamt für mich die beste Performance an diesem Abend.
Auch „Primo Victoria“ haute noch einmal gut rein, bevor mit „Metal Crüe“ dann Schluss war.

Insgesamt hat Sabaton eine hervorragende Show abgeliefert, der Sound war nahezu perfekt abgemischt und die Songauswahl war gut getroffen, auch wenn mir persönlich einige ältere Nummern gefallen hätten. Die Vorbands waren keine Kracher, Eluveitie und Wisdom waren für mich auf der letzten Tour die bessere Option, jedoch waren Battle Beast und auch Delain keine totalen Versager.

Was mir jedoch total gegen den Strich ging, waren die ständigen Crowdsurfer. Ein Typ kam bestimmt 5 mal an mir vorbei. Hinzukommen die Personen, die pausenlos „Noch ein Bier“ rufen, mir dauerhaft diverse Körperteile in den Magen hauen, dass ich mich nach der Show beinahe übergebe oder einfach die weiblichen Gäste, die denken, wenn sie mir einmal ihren Vorbau rein drücken ließe ich sie vorbei. Einfach freundlich fragen hätte mehr Erfolg gehabt...

Bei anderen hätte das allerdings eher geklappt, denn nach der Show berichteten mir einige Freundinnen, dass einige Kerle dauernd grapschen mussten.

Ganz hörte der Spaß dann bei mir auf, als etwa zur halben Zeit ein Typ mit Augen von der Größte von Pfannkuchen die ältere Dame neben mir weg boxen wollte. Zum Glück konnten ich und noch einige normal Denkende in der Nähe ihn zurückhalten.

Ich finde es sehr schade, wenn eine Band eine gute Show abliefert, die durchaus auch den Eintritt von 40€ rechtfertigt, dann jedoch einige Fans sich wie Idioten benehmen.

 

FAZIT: Geile Show, teilweise scheiß Fans...

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