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Interview mit Ducky von Schandmaul

 

 

Willkommen zum Interview mit Ducky von Schandmaul. Los gehts!!

 

Euer neues Album heißt „Unendlich“. Woher stammt der Name?


Ducky: Ja, der Name ist eigentlich eine Entwicklung. Wir hatten so die Idee das ganze „Runde Acht „ zu nennen und hatten auch schon grapische Vorstellungen das ganze an Hand eines Boxkampfes aufzuziehen, doch da waren die Graphiker nicht begeistert davon. Da haben wir uns noch einmal hingesetzt und dann kam der Graphiker und hat angefangen eine Acht zu malen. Als er das Ganze dann umgedreht hat, hat es DANN plötzlich „bing“ gemacht. Unendlich, ja das passt eigentlich, gerade jetzt nachdem was wir jetzt mit den Kindern und so und den ganzen Aushilfen mitgemacht haben. Da haben wir uns gesagt „Unendlich“ passt eigentlich super. Also es kann passieren was will, es geht UNENDLICH weiter. Passt.
 

Wie bereitest Du Dich am besten auf ein Konzert vor? Bist du jedes Mal nervös?


Ducky: Ja, also Du hast eine gewisse Routine. Wir machen immer um 16 Uhr ungefähr Soundtcheck, müsste man auf der Tour eigentlich nicht mehr, weil wir einen eigenen Monitormann und alles dabei haben, wollen wir aber und es ist auch gut so, einfach um da rein zu kommen. Dann ist ab halb sechs Abendessen, dass ist eigentlich auch eine ganz gute Zeit, da hast Du dann noch Abstand zur Show und bist nicht mehr so vollgefressen. Und dann ist es ganz individuell, je nach Wetter gehe ich dann noch mal raus . Was aber auf alle Fälle fix ist, ist dass wir uns eine Stunde vor der Show alle in der Garderobe treffen. Da gibt es bestimmte Musik die wir immer hören, so ziemlich immer das Gleiche. Und am Schluss gibt es diesen Händekreis bevor man auf die Bühne geht – den man auch auf der DVD sieht – und dann geht’s los!
 
Hast Du musikalische Vorbilder?


Ducky: Ich habe ganz viele Musik die ich gerne höre. Und auch musikalische Vorbilder, natürlich. Aber das reicht wirklich von Led Zeppelin bis Rainhard Mey. Also da ist alles vertreten, ich bin da überhaupt nicht wirklich festgefahren.
 
Was darf für Dich bei Auftritten nicht fehlen? Hast Du Glücksbringer?


Ducky: Also was natürlich gar nicht fehlen darf ist ein kleines Orangenmischgetränk * lacht *.  Und ansonsten habe ich keine Glücksbringer auf der Bühne.
 
Was war der bewegendste Moment der Bandgeschichte? Was blieb Dir besonders in Erinnerung?


Ducky: Naja, wenn man zurückdenkt natürlich das 15-Jährige. Das war natürlich schon das erste Mal, dass Du für dich eine Festivalgröße quasi spielst, also nur für dich alleine mehr oder weniger. Klar waren jetzt befreundete Bands dabei, aber hauptsächlich waren die Leute wegen uns da. Das erlebst du sonst nur auf großen Festivals. Das war schon weltbewegend, aber es gibt auch viele Momente, wo ich mich gerne daran erinnere – gerade aus der frühen Bandgeschichte. Zum Beispiel als wir den „Deutschen Folk Förderpreis 2000“ gewonnen haben,  das war das erste Mal das wir überhaupt etwas gewonnen haben und überhaupt irgendwie wahrgenommen worden sind. Das war dann schon so das erste Mal: „Hey, ist doch vielleicht etwas besonderes!“
 
Euer Schlachtruf lautet bekanntlich „Blut, Gehirn, Massaker“. Woher stammt das?


Ducky: Wir haben mal mit unserem Männerprojekt „Weto“ in der berühmten Hexe ein Konzert gegeben und da haben wir zusammen mit einer Band Namens „Helga“ gespielt. Und die hatten ein Lied, das Lied hieß „Blut, Gehirn, Massaker“. Und frage mich nicht warum wir das adaptiert haben, aber es war einfach so griffig, dass wir das dann übernommen haben. Es wurde tatsächlich schon versucht durch andere Worte zu ersetzen, das hat aber nie richtig gefruchtet.
 
Was war dein peinlichstes Konzerterlebnis?


Ducky: Das war Veldensteiner im Jahre Schießmichtot, Headlinerposition und es hat in Strömen geregnet. Ich renne an die Bühnenkante vor und die war glatt. Und dann war die Bühne zu Ende.. Dann bin ich mit dem linken Fuß an den Monitorboxen von Thomas hängen geblieben und dann kopfüber in den Graben. Zum Glück stand da ein etwas kräftigerer Securitymann, dem ich dann in den Rücken geplumpst bin. Aber das Geräusch wie eine Akustikgitarre auf der Bühnenkante zerschellt in deinem In-Ear im Ohr, das werde ich dann auch nicht vergessen. Das war.. Ja, das war peinlich.
 
Wie ist es für Dich, wenn Du auf der Bühne stehst und den Fans dabei zuhörst, wie sie „Dein Anblick“ singen?


Ducky: Das ist natürlich großartig. * lacht * Wobei für mich noch mehr Gänsehaut-Feeling aufkommt wenn am Anfang alle Wischfernseher und Feuerzeuge ausgepackt werden und man dann aufs Publikum sieht. 
 
Welche Ziele habt ihr euch als Band in naher Zukunft gesteckt?


Ducky: Wir haben einen sehr genauen Fahrplan bis zu unserem 20-Jährigen. Bis dahin sind alle groben Schritte geplant, zum Teil auch schon fix. Andere Ziele, also wir haben auf unserem Weg bis jetzt immer mitgenommen was uns getaugt hat oder weggelassen was uns nicht getaugt hat. Da sind wir sehr offen, da gibt es jetzt keine speziellen Ziele. Also wir wissen genau wann wir ein neues Album raus bringen, wir wissen wann es eine DVD gibt, wir wissen was wir an unserem 20-Jährigen machen. Das sind jetzt die Schritte, die sind wichtig für uns, sozusagen der Strom. Und was jetzt so an Seitenflüssen da rein läuft, dass muss man dann sehen. Das ist Zukunftsmusik. Es ist jetzt nicht so dass wir sagen, beim nächsten Album dann Stadien füllen.
 
Resomus hat euren Song „Geisterschiff“ gecovert. Wie findet ihr das, kommt es gut an? 

Ducky: Ich fand es gut, ich finde auch die Entwicklung der Band gut. Gefällt mir gut, was die machen. Ich bin da ja auch immer sehr ehrlich, ich sage auch immer „Hey, ich hätte konstruktive Kritik anzubringen, wollt ihr sie hören?“ und wenn es einer hören will sage ich sie nicht, ansonsten sage ich die auch.  Weil ich weiß, dass Dich nur sowas als Musiker weiterbringt. Es bringt dich nicht weiter, wenn die Leute nur sagen „Hey, geil geil geil“, weil es ist nicht alles geil. Da musst du mit ein bisschen Abstand hingucken.
 

 
Kommen wir nun zu den Fragen der Fans: Wird die Kinder-CD auch altertümlich, oder eher modern?


Ducky: Das kann ich dir mit einem Wort beantworten: Schandmaul. Wir haben uns überhaupt nicht verbogen, es sind einfach Kinderthemen, lustige Texte. Wir sind ja auch große Kinder in Wahrheit und haben dann endlich mal die Seite raus hauen können. Aber von der Musik her ist es einfach Schandmaul. Es ist sehr fröhlich das Ganze.
 
Wie geht ihr mit Ruhm um? Gibt es auch Tage wo ihr gar nicht damit umgehen könnt?


Ducky: Nein, es ist eigentlich kein Thema. Also es gibt Tage, wenn Du selber schlecht drauf bist, das gibt es auch. Mann ist manchmal auf der Bühne tatsächlich Schauspieler und dann hat man am liebsten in Wahrheit seine Ruhe, natürlich. Dann ist es ein Job, dass man noch einmal raus geht zu den Leuten, aber das vielleicht gerade mal 1% der Konzerte. Ansonsten gehst Du gerne raus, weil wir es einfach auch gerne machen. Es ist eine Gradwanderung, es nimmt langsam eine Größenordnung an. Wir beantworten ja alle unserer Mails selber, auch auf Facebook. Das stößt du manchmal an deine Grenzen. […] Natürlich lässt man die Fans gerne an sich heran, dass wollen wir auch, aber manchmal ist es einfach viel auf einmal.
 
Wie lange spielst Du Gitarre?


Ducky: mit 11 habe ich angefangen.


 
Habt ihr schon einmal an Gitarrenunterricht für Fans gedacht?

Ducky: Habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Da unterhalte ich mich lieber mit einem Fan, lange, ich meine wo soll das denn auch statt finden?  Ich wurde auch schon gefragt ob ich ein Gitarrencoachig machen möchte. Das ist eher ein Zeitproblem. Ich mache auch neben bei oft Privatcoachings, mich schreiben oft die Leute an: „Hey ich werde aus den Noten nicht schlau, wie spielst du das?“ Dann gibt es halt ein kurzes Online-Briefing. 

 
Könnt ihr euch vorstellen wieder ein Funkenflugfestival zu veranstalten?

Ducky: Lustige Frage, es gibt dieses Jahr wieder ein Funkenflugfestival. Am 30.12 im Zenith im München mit Russkaja und Feuerschwanz. Wir haben diesen Sommer nicht viele Open-Airs, außer Wacken und Blackfieldfestival haben wir noch ein paar Open-Airs. Das sind von uns alles eigene Veranstaltungen, wo wir Headliner sind und z.B. bei ein paar Shows sind Versengold dabei und auch die Kammer wieder. Das sind halt dann so „kleine Festivals“.

 
Wenn Du eine Frucht wärst – welche wärst Du und warum?

Ducky: * lacht und überlegt* Eine Frucht..? Eine Kokosnuss. Raue Schale und dann doch irgendwie ein weicher Kern. Und außerdem ein GEWALTIGER Sturkopf. * lacht *

 

Abschließendes Statement

Ducky: Was ich mir einfach wünsche, ist tatsächlich ein Statement an die Fans:

Ich wünsche mir gelebte Toleranz und nicht nur geredete Toleranz, weil viele Leute sagen: „Ja, ich bin tolerant!“, sind aber dann oft nicht bereit über ihren eigenen kleinen Balkon zu schauen. Das ist das eine.

Und das andere ist:

Habe ich auch schon einmal bei Facebook gepostet: Erst denken, dann reden! Wenn sich das manche zu Herzen nehmen würden, könnte man uns einiges wirklich erleichtern, was Antworten und Zeit angeht  und auch dem Gegenüber auf der anderen Seite vom Rechner. Man muss nicht jede Plattform nutzen um den Schnabel aufzureißen. Man kann den Schnabel aufreißen, aber dann muss man sich vielleicht überlegen an welcher Stelle und nicht immer und bei jeder Gelegenheit und in jeder Art und Weise. Das ist was ich mir wünschen würde.

Dann wäre die Menschheit ein bisschen besser, oder zumindest die Schandmaul-Familie – damit meine ich jetzt nicht die Facebook-Gruppe, sondern das große Umfeld.


Danke für das Interview Ducky

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