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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Corvus Corax im Hirsch in Nürnberg

Nach über zwei Stunden Anreise bin ich endlich am Hirsch in Nürnberg angekommen. Heute Abend spielen hier die Könige der Spielleute „Corvus Corax“, als Support haben sie Hamferd mitgebracht. Vielerlei Menschen warten schon vor dem Hirsch, einige in Gewändern, andere wiederum in Alltagskleidung. Als endlich die Tore auf gehen und der Einlass beginnt, gibt es bereits einige Schwierigkeiten. Einen Gästelistenplatz hatte man mir zugesichert, als Gegenzug schreibe ich dafür einen Bericht über das Konzert. Doch die Security behauptet, ich stünde nicht auf der Liste. Ich war nicht die Einzige, die mit dem Wissen einen Gästenlistenplatz zu haben angereist war. Auch ein Konzertfotograf versuchte vergeblich herein zu kommen. Nach mehreren Anläufen – auch eine Nachfrage bei der Band, die verneint haben etwas von meinem Gästelistenplatz zu wissen - , konnte ich die Security überzeugen mich rein zu lassen. Doch meine Freude bezüglich des Konzerts war schon ziemlich verflogen.

Nun endlich im Hirsch angekommen, sprudelte einem gute und ausgelassene Laune entgegen. Viele Fans unterhalten sich, scherzen und singen Lieder der Könige der Spielleute. Ein Fan erzählt, dass er den weiten Weg aus Braunschweig auf sich genommen hatte, um beim Tourauftakt seiner Lieblingsband dabei zu sein. Das ist ein wahrer Fan! 

 

Als Support haben Corvus Corax die Band „Hamferd“ aus Føroyar (einer Inselgruppe, die zu Dänemark gehört) mitgebracht und sie haben feinsten Doom Metal im Gepäck. Die Truppe um Leadsänger Jón Aldará präsentieren sich elegant in schwarzen Anzügen und heizen die Meute vor der Bühne richtig ein. Ihr Programm ist sehr abwechslungsreich, zwischen leise, ruhigen und fast traurigen Klängen und harten, lauten, fast kreischenden Klängen ist alles dabei. Ein gelungener Auftakt des Konzertabends!

Nach einiger Zeit des Umbaus ist es soweit, die Könige der Spielleute betreten die kleine Bühne des Hirsch und sie haben sowohl alte Klassiker als auch Tracks ihres neuen Silberlings „Gimlie“ mitgebracht. Gimlie beschreibt das „goldene Zeitalter“, welches nach dem Ragnarök – dem Untergang der Götter – folgt. Die Menge brodelt, die Stimmung ist ausgelassen, dass die Jungs von CC schon seit 1989 aktiv auf der Bühne steht, merkt man ihnen kaum an. Die Jungs sprudeln förmlich vor Energie, und ihre Freude auf der Bühne ist nicht zu übersehen. Unter anderem haben sie eine neue Trilogie mit Bezug auf „Beouwulf“ mitgebracht. Die drei Songs erzählen die Geschichte eines schrecklichen Geschöpfs und wie dieses am Ende besiegt wird. Die Trilogie beginnt mit dem Song „Grendel. Es geht in dem Lied darum, dass ein grausames Monster Menschen heimsucht und tötet. Weiter geht es mit „Béowulf is min nama“ und mit „Sigeléasne sang“ wird die Trilogie mit dem Besiegen der Bestie erfolgreich beendet.

 

Auch die Trilogie um „Derdriu“, der schönsten Frau der Welt ist am Start. Auch diese Trilogie befindet sich auf dem neuen Album Gimlie. Der Dreiteiler beginnt mit „Der Schrei“, geht weiter mit „Königinnen werden ihr neiden“ und endet episch „Derdriu“. Diese Songs künden davon, wie die schöne Derdiru alle um den Verstand bringt.  An eine eigene Version von AMON AMARTHS „Twilight of the thunder god“ trauen sich CC ebenfalls heran und meistern dies live auch mit Bravur. Es ist eine ganz besondere Version, mit viel Power und toller Stimmung. CC haben aber auch Klassiker anderer Alben auf der Setliste. Songs wie „Trinkt vom Met“ - wo sich einige Fans von CC Met einflößen lassen, „In Taberna“ oder „Venus Vina Musica“, zeigen sich die Spielleute von ihrer feinsten Seite. Nach gut eineinhalb Stunden ist das Konzert dann zu Ende und völlig erschöpfte und ausgelaugte Fans verlassen die Konzerthalle und warten auf ein Treffen mit ihren Kolkraben.

Alles in allem ein dennoch gelungener Abend, wenn man betrachtet wie er angefangen hat. Ich würde behaupten, dass die Jungs nicht umsonst die Könige der Spielleute genannt werden. Abschließend kann ich nur sagen: Macht weiter so und zieht euer Ding genauso durch wie bisher. Gerne wieder – nur das nächste Mal hoffentlich ohne unangenehme Zwischenfälle.....

Eure Traumtänzerin

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