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Obscurity - Vintar

Während draußen weder Schnee noch Eis auch nur eine kleine Regung zeigen, ist bei Obscurity bereits tiefster „Vintar“ ausgebrochen. Der Bergische Hammer schlägt erneut zu und liefert das vielleicht beste Album in seiner bisherigen Karriere ab.

Im Ersten Track wird das „Schicksal der Götter“ besiegelt. Das ist im Pagan-Bereich keine Seltenheit, jedoch gelingt es Obscurity hier eine Lebendigkeit hervorzurufen, die man bisher nur selten wahrgenommen hat. Dazu vermittelt das schnelle Tempo einen guten ersten Eindruck auf das Kommende.

Auch die Geschichte des Totenschiffes „Naglfar“ hat man bereits hier und dort vernommen, aber die fließenden Übergänge von Strophe, Chorus und Bridge sind ein Stilmittel, das diesen Song beinahe einzigartig macht. Die Riffs sind stimmig und die Drums präzise, dazu kommt Agalaz breites Spektrum seiner Stimme, von tiefen Growls bis zu höheren Screams ist alles dabei. Im Endeffekt mein persönlicher Liebling auf diesem Silberling.

Mit „Nebelwelt“ wird ein weiteres Feuerwerk abgeliefert, gerade der Chorus ist mehr als stimmig und hat echten Ohrwurmcharakter. Nur das dieser hier nicht nervt sondern sogar erwünscht ist.

„Wodanheim“ schlägt gleich zu Anfang einen düsteren Ton an, und setzt sich so von den bisherigen Songs ab. Live sicher ein Garant für einen anständigen Moshpit!

„Alles Lüge“ heißt es gleich zu Beginn des folgenden „Alter Feind“ und handelt vom Aufstand der Germanischen Völker gegen das wachsende Christentum, sicherlich ebenfalls kein neues Thema, aber die Umsetzung ist gelungen und der Song macht einfach Spaß.

Der Titeltrack „Vintar“ setzt auf ein etwas langsameres Tempo, baut aber eine Atmosphäre auf, die ihresgleichen sucht. Man beginnt praktisch sich die beschriebene Kälte vorzustellen und zu frieren.

„Dominium“ ist die für Obscurity typische Ode an das Bergische Land und ebenfalls einer meiner persönlichen Lieblingssongs auf der Scheibe, gerade die Gitarrenriffs stechen heraus. Jedoch sollte man diesen Song lieber nicht beim Autofahren hören, da beim nicht verhinderbaren Headbangen die Unfallgefahr erheblich steigt.

Mit „Alte Zeichen“ bekommen nun auch die Runen ihr Fett ab. Fixe Double Bass, schnelle Gitarrenriffs, dazu stimmige Lyrics: Passt!

In „Sieg oder Niedergang“ ist vor allem der Chorus ausschlaggebend, der dem Song am Ende die ganze Energie verleiht. Ein durchaus solider Track, der sich gut zwischen die anderen einfügt.

Als ich das erste Mal „Feld der Ehre“ las, habe ich eigentlich mit einer Coverversion des gleichnamigen Songs von Black Messiah gerechnet, doch es ist ein komplett anderer Song. Äußerst düster gehalten, treibt er doch durchgehend voran. Im Vergleich mit dem Rest des Albums kein starker Song, aber dennoch nicht schlecht!

„Legiones Montium“ beginnt ganz ruhig mit einem Akustikintro und auch die etwas später einsetzende E-Gitarre ist noch ganz ruhig. Wer jetzt jedoch denkt zum Abschluss des Albums haben Obscurity einen ruhigeren Ton im Sinne, der irrt. Kurz darauf werden einem die Shreds und Double Bass um die Ohren gehauen. Ein würdiger Abschluss eines durchdachten Werkes.

 

Fazit: Obscurity haben seit ihrer Gründung eine Menge guter Songs und starker Alben abgeliefert, mit diesem sich jedoch erneut selbst übertroffen. Selbst der schwächste Song dieser Platte ist stärker und energiegeladener als so manch anderes gesamtes Album. Wer sich diese Scheibe noch nicht zugelegt hat, der sollte es schleunigst tun!

 

Wertung: 

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