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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Corvus Corax - Gimlie

Auf den Ragnarök in „Sverker“ folgt mit „Gimlie“ nun das Paradies. Auch Gimle genannt, ist es der schönste Ort auf der Welt, an den uns Corvus Corax dieses Mal entführen. Den Weg, den Corvus gegangen sind, führen sie hier, mit weiteren Interpretationen aus der nordischen Mythologie, weiter.

Durch das sphärische Intro, das trotz einer Leichtigkeit den typischen Trommel-Sound von Corvus Corax nicht verliert, wird der Hörer sofort in eine ferne Welt versetzt. Mit perfektem Übergang zu „Gimlie“ lief mir beim ersten Hören ein Schauer über den Rücken. Die tiefen Männerstimmen mischen sich hervorragend mit den Instrumenten.

Von den schönsten Fabelwesen wird in „Unicornis“ berichtet. Atmosphäre und Sound gehen tief in die alten Wälder aus Mythen und Sagen. Fast, als könnte man immer noch Einhörner sehen. Leichter und höher im Klang, geht der Rhythmus nicht wieder aus dem Kopf. Dazu kommt ein sehr schöner Instrumentalteil mit Flöte.

Mit „Der Schrei“ wird der Takt schneller. Hier bekommen die Hörer sehr tanzbare Klänge auf die Ohren. Ich würde sagen, dieser Song darf nicht auf Mittelalterpartys fehlen. Ein großartig interpretiertes Stück, bei dem wirklich alles zu stimmen scheint. Es ist der Auftakt einer Liedtrilogie, die vom weiblichen Geschlecht kündet.

Weiter geht es mit mitreißendem Sound in dem Stück „Königinnen werden ihr neiden“, auf das „Derdriu“ folgt. Derdriu war die Schönste aller Frauen, um die Helden und Könige warben. Doch ihre Schönheit sollte Verderben über das Land bringen und ihre Liebe und ihr Leben überschatten.

Aber nicht nur schöne Wesen werden besungen. „Grendel“ ist ein schreckliches Untier, das viele Menschen tötete. Um dieses Monster zu besiegen, schickte der Dänenkönig Hrothgar nach Béowulf. Der Kampf gegen Grendel wird in „Béowulf is mín nama“ thematisiert. Der Gesang ist martialisch und die Melodie mitreißend. Mein zweites Lieblingslied des Albums. „Sigeléasne sang“ bildet den Abschluss der in Lieder gefassten Geschichte. Hier singt das besiegte Monster sein Klagelied. Der Gesang ist traurig, der Rhythmus meistens langsamer. Wobei es auch schnelle Teile gibt.

Das „Intro Crenaid Brain“, eine Melodie, gespielt auf Flöte, geht über in das eigentliche Lied „Crenaid Brain“. Die Melodie, nun schneller und mit Drums unterlegt, kündet zusammen mit dem Gesang von einem Rabenschmaus auf dem verlassenen Schlachtfeld.

Ein Cover gibt es auch auf „Gimlie“ und es ist von keiner geringeren Band als Amon Amarth. „Twilight of the Thunder God“ ist wirklich toll umgesetzt. Das Treibende und die großartige Melodie des Originals bleiben erhalten und der Gesang von Corvus macht noch einmal etwas ganz Besonderes mit dem Lied.

Ähnlich mystisch, wie die CD begann, endet sie nun. „Krumarvísur“ beginnt sehr ruhig, mit einer Harfe. Wird dann noch schneller und eine Frauenstimme setzt ein. So beginnt die Geschichte wieder von vorne.

Fazit: Ich habe lange keine CD mehr gehört, die mich vom Fleck weg so mitgerissen hat, wie „Gimlie“. Da haben die Könige der Spielleute ihr ganzes Können unter Beweis gestellt. Vor allem schön finde ich, dass hiermit mal wieder eine wirklich fröhliche CD erschienen ist. Die Grundstimmung nach „Sverker“ überaus positiv und in Feierlaune. Mit diesen Liedern kommen die Mittelalterfans sicherlich gut über den Winter. Und für alle, die einmal in die Szenemusik reinschnuppern möchten, ist „Gimlie“ ebenso zu empfehlen. 

 

Wertung:     

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