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Ereb Altor - Fire meets Ice

Pagan Black Metal. Eine Bezeichnung, die manch einem, so auch mir, schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen kann. So ähnlich ging es mir auch, als mir "Fire meets Ice", der aktuelle Output der Schweden "Ereb Altor" vorlag. Dies ist schon der vierte Langspieler der Metal - Combo aus dem hohen Norden und sollte jedem, der Pagan- und melodischen Black Metal mag, zusprechen können, da die Band eine gute Symbiose aus beidem zelebriert.

Textlich hält man sich an nordische Mythen aus dem germanischem Glauben, sodass in den Texten von, ja, man kann sagen "Schlagwörtern" des Pagan Metal wie "Odin" oder "Midgard" die Rede ist. Nichts neues, aber der Hobby - Wikinger ist damit bedient und fühlt sich wohl. Instrumental - mäßig wird vorwiegend auf hymnische, gute Melodien gesetzt, wie man sie bei vielen Vertretern des Pagan Metal findet und die aber immer wieder von schwarzmetallisch anmutenden Riffs oder Soli unterbrochen werden, was für viel Abwechslung sorgt. So viel steht fest: Monoton wirkt die Musik, die Ereb Altor hier präsentieren, keineswegs. Auch die Länge der Stücke erlaubt sich Ausreißer nach oben oder unten. So erwartet uns gleich zu Beginn mit dem titelgebenden Song "Fire meets Ice" ein über neun - minütiges Epos, der kürzeste Track der Scheibe hört auf den Namen "The Deceiver shall repent" und wird gute vier Minuten lang zum Besten gegeben. Die übrigen Lieder pendeln dazwischen hin- und her und werden aber, auch bei einer beachtlichen Länge, nie langweilig. Was die Songs gemeinsam haben ist, dass sie sich größtenteils im Mid - Tempo Bereich befinden. Ausbrüche in höhere Geschwindigkeiten finden eher selten statt. Dies unterstützt das hymnenhafte, was die Musik teilweise so an sich hat aber und wirkt daher nicht deplatziert.

Einzelne Songs hervorzuheben fällt bei diesem Machwerk gar nicht mal so leicht. Der Titelsong kommt sehr kraftvoll und hymnisch daher, so muss ein namensgebendes Lied klingen. Ein sehr eingängiges Hauptriff, das dem Song in seiner Länge seine ganz eigene Note aufdrückt und heraussticht. Sehr gut! Mir persönlich gefällt am besten denke ich "Post Ragnarök". Es hat ebenfalls ein Hauptriff, das simpel aber irgendwie hypnotisch wirkt, daher leicht hängen bleibt und sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht. Dieses Lied klingt insgesamt wohl am ehesten nach Black Metal, wobei die ausufernden Melodien sich im Hintergrund dennoch bemerkbar machen und dort sehr gut platziert wirken. Außerdem wird hier die Tempokeule mal so richtig nach oben geschwungen und bleibt im Endeffekt das ganze Lied über auch erhoben. Insgesamt ist kein schlechtes Lied dabei, welches nicht zu gefallen wüsste.

 

Grund zur Kritik lässt also weniger die Musik an sich als eher das Gesamtpaket. Die gedrosselte Geschwindigkeit wirkt auf Dauer etwas ermüdend, auch wenn sie zu den Songs passt. Etwas mehr rasche Passagen hätten dem Album vielleicht doch gut getan. Mein Hauptkritikpunkt liegt beim Gesang, beziehungsweise dessen Verteilung: Black Metal - typisches Gekreische wechselt sich mit gekonnt vorgetragenen cleanen Parts ab. Letztere sind für meinen Geschmack allerdings zu zahlreich und daher irgendwann auch nicht mehr besonders. Der klare Gesang klingt wirklich gut, passt aber nicht immer zum Gesamtbild der Lieder. Es wäre vielleicht besser gewesen, das Album vom Screaming dominieren zu lassen und die cleanen Passagen spärlicher in die Songs einzustreuen, was ihnen noch zusätzlichen Wiedererkennungswert gegeben hätte, da er so doch recht inflationär zum Einsatz kommt und sich schnell abnutzt.

Nichtsdestoweniger hat mich "Fire Meets Ice" sehr überzeugen können und ich spreche daher eine Empfehlung an alle aus, die eine Mischung aus Black - und melodischem Metal gutheißen und etwas mit nordischen Götter - und Kriegersagen anfangen können. Es ist auf lange Sicht jedoch vielleicht mehr zu empfehlen, sich die Lieder einzeln anzuhören. Am Stück gesehen kann das Album nicht ganz so überzeugen, wie die Songs einzeln.

 

Anspieltipps:

Fire Meets Ice

The Chosen ones

Helheimsfärd

Post Ragnarök

 

Wertung:     

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