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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Interview mit Alexander Paul Blake von Eden weint im Grab

Wir hatten das Vergnügen mit Alexander Paul Blake von Eden weint im Grab ein Interview zu führen. Viel Spaß beim Lesen.

 

1.) Stellt Euch doch bitte noch Unwissenden mit einigen kurzen Worten vor. Seit wann gibt es EwiG und wie war der bisherige Werdegang?

Alexander Paul Blake: „Eden Weint Im Grab entstand aus einer Spinnerei von mir etwa um das Jahr 2004 herum – zumindest erschien damals das Debütalbum ‚Traumtrophäen toter Trauertänzer’ als Gratis-Download. Ich dachte, ich mache dieses eine Album zum Spaß und das war es. Deswegen gab es auch nur eine Online-Veröffentlichung. Die Resonanzen waren dann aber so überwältigend, dass es mich motiviert hat, das Projekt etwas ernster anzugehen. Die ersten drei Alben waren reine Soloscheiben von mir, seit ‚Geysterstunde I’ sind wir zu einer Band angewachsen, die dieser Tage das insgesamt sechste Album, ‚Geysterstunde II’, veröffentlicht. Nach zehn Jahren gibt es natürlich noch viel mehr zu erzählen, aber ich denke für einen ersten Eindruck reicht das erstmal – wer es genauer wissen will, findet im Netz ausreichend Material.“  

2.) Wie kam es zu dem Namen „Eden weint im Grab“, steht ein konkreter Gedanke dahinter?

Alexander Paul Blake: „Sicher! Ich habe seinerzeit nach einem Namen gesucht, der so ungewöhnlich ist, dass man zumindest erst einmal darüber stolpert und im besten Fall sogar neugierig wird, was dahinter steckt. Und das klappt immer wieder, wie mir schon einige Leute berichtet haben. Andere dagegen wollten uns schon nahe legen, uns in EwiG umzubenennen, weil es doch einfacher zu merken sei. Diese Menschen haben aber zum einem nicht in Betracht gezogen, dass es bei Google viele Ewig-Varianten gibt und zum anderen dass der Witz des Namens ja gerade die Doppeldeutigkeit ist. Auf den ersten Blick wirkt er sehr düster und pessimistisch, aber unser Anliegen ist es, zu zeigen, dass es noch eine Welt jenseits des Grabes gibt – eben die Ewigkeit. Das ist jene transzendente Ebene, die wir auch in den Texten zwischen den Zeilen immer mal wieder anklingen lassen.“

3.) Worin bestehen die textlichen Inspirationsquellen für die Stücke auf „Geysterstunde II“? Handelt es sich um „Überfluss“ Material des ersten Teils oder wurde für den Nachfolger neu komponiert?

Alexander Paul Blake: „Gott bewahre, nein! ‚Überflussmaterial’ ist gewiss keines der Stücke. Es handelt sich um zwei unabhängige Alben, die aber der thematische rote Faden (Jenseits, Spuk & Spiritismus) und vielleicht auch die musikalische Grundausrichtung eint. ‚Geysterstunde II’ wurde etwa drei Jahre später geschrieben und klingt daher aus unserer Sicht auch noch etwas reifer, vor allem in Bezug auf das Songwriting und die Produktion, die beim ersten Teil noch ein wenig die Schwäche war. Entstanden sind die Songs auf ‚Geysterstunde II’ übrigens regelrecht rasant. Es war, als hätte mich einige Wochen lang ein Geyst besetzt, der mir die Lieder im Schnellverfahren eingeflüstert hat. Meine Band war selbst überrascht, als ich ihnen binnen weniger Wochen ein – in Demoform – fertiges Album präsentiert habe. Aber natürlich war es bis zum fertigen Album noch ein weiter Weg, denn gerade die Recordings, Mix und Mastering zogen sich wegen unseres Perfektionismus lange hin. Produziert wird alles in unserem eigenen Winter-Solitude-Studio, das auch anderen Bands offen steht (www.wintersolitude.de).“

4.) Würdet ihr uns einen kurzen Einblick in den Kreativprozess geben? Wie sieht die Entstehung eines Songs aus? Gibt es eine bestimmte Herangehensweise beim Komponieren?

Alexander Paul Blake: „Ich gebe zu, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich beim Songwriting wirklich besessen bin ;-) Aber woher genau all die ganzen Inspirationen und Ideen kommen, weiß ich selbst nicht. Aber wer kann sich schon sicher sein, woher seine Ideen kommen!? Fakt ist jedenfalls, dass ich die Grundlagen lege und sich dann alle aus der Band darauf stürzen, um ihre eigene Handschrift mit einzubringen und die Demoversionen gemeinsam so lange zu schleifen, bis wir alle das Gefühl haben, ein Song ist veröffentlichungsreif. Diesmal hatten wir gleich 17 Songs, die für uns veröffentlichungswürdig waren, weswegen das Album knapp 70 Minuten dauert. Aber wir konnten uns partout von keinem Song trennen und haben auch nicht das Gefühl, dass das Album an irgendeiner Stelle langweilig wird. Glücklicherweise war der Tenor bei den Journalisten bislang auch, dass sie keine Lückenfüller ausmachen können.“

 



5.) Zeitgleich mit dem Album erscheint das Buch „Geystergeschichten“, welches durch die Alben Geysterstunde I und II inspiriert wurde. Sind die Songtexte Extrakte eben dieser Geschichten oder sind die Geschichten umgekehrt aus den Songtexten entstanden?

Alexander Paul Blake: „Die Songtexte waren alle zuerst da. Wobei, im Grunde muss man eher sagen, am Anfang ist immer die Idee für eine Geschichte, die dann einfach in verschiedenen Varianten Ausdruck erfährt. Aber ich habe mir für die Erzählungen die Freiheit genommen, die Songs auch mal auf den Kopf zu stellen, umzudeuten und stark in Details zu gehen, die man in einer musikalischen Form gar nicht beleuchten kann. Für mich ein sehr spannendes Projekt und ich bin froh, dass ich mir die Zeit noch genommen habe, denn das Buchprojekt stand lange auf der Kippe – aufgrund akuten Zeitmangels. Da war es eine gute Fügung, dass sich die ‚Geysterstunde II’-Veröffentlichung noch etwas verschoben hat.“ 

6.) Was wird uns am 14.09. in Berlin beim Konzert erwarten, ist hier ein bestimmtes Konzept bzw. Bühnenshow geplant um die Songs auch visuell umzusetzen?

Alexander Paul Blake: „Dazu kann ich noch nicht allzu viel sagen. Zum einen, um nichts vorweg zu nehmen, zum anderen, weil wir noch daran arbeiten. Fakt ist, dass wir viele Songs an dem Abend zum ersten Mal spielen werden und ein längeres Set haben als im Normalfall, da wir ja nicht immer Headliner sind. Ansonsten sind mit Molllust, Munarheim und Stimmgewalt noch weitere Bands dabei, die ich allen Menschen nur ans Herz legen kann. Ich hoffe, es werden sich an diesem Sonntag-Abend ein paar Menschen nach Berlin verirren.“

7.) Neben „Geysterstunde II“ und „Geystergeschichten“ erscheint auch das Debutalbum „Traumtrophäen toter Traumtänzer“ mit umfangreichem Bonusmaterial als Neuauflage. Wie waren die Arbeiten daran und mit was für einem Gefühl geht man an das remastern seines Erstlingswerks, das immerhin schon 10 Lenze zählt?

Alexander Paul Blake: „Es war schon eine interessante Zeitreise, denn ich hatte das Album schon eine ganze Weile nicht mehr gehört. Bei den meisten Songs war ich positiv überrascht, da ich mir rückblickend so viel Kreativität gar nicht mehr zugetraut hatte, haha. Mit dem Sound bin ich nicht mehr so richtig zufrieden, aber damals hatte ich gerade auch erst angefangen, selbst im Studio zu arbeiten und vieles noch eher nach dem Trial-and-Error-Prinzip gemacht. Das habe ich in den Liner-Notes im Booklet genauer beschrieben, wie das damals ablief. Das Remastering war eher ein Rettungsversuch, um wenigstens noch etwas mehr aus dem Sound herauszuholen ;-) Interessant war auch das Bonusmaterial, denn einige der Songs hatte ich komplett vergessen. Es ist schon spannend, wie die Erinnerung dann auf einmal plötzlich zurückkehrt. Alles in allem ist das aber eher eine Veröffentlichung für die Komplettisten und Sammler, die gerne alles von uns als richtige CD im Regal stehen haben wollen, weniger für Neueinsteiger.“

8.) Wie sehen Eure Zukunftspläne aus? Ist bereits neues Material in der Entstehung?

Alexander Paul Blake: „Nein, derzeit sind wir ja noch voll mit der Promotion und all den Aktivitäten, die rund um eine Veröffentlichung anfallen, beschäftigt. Und in den nächsten Monaten liegt der Fokus erstmal auf der Live-Präsenz, da wir natürlich bestrebt sind, unsere Geyster auch auf den Bühnen der Nation spuken zu lassen. Ansonsten sind wir aber schon damit beschäftigt, einem neuen Album unserer zweiten Band Aethernaeum Leben einzuhauchen. Das heißt, es sieht ganz gut aus, dass wir an anderer Front auch 2015 wieder präsent sein werden.“

9.) Abschließend würden wir uns über eine persönliche Message an unsere Leserschaft freuen.

Alexander Paul Blake: „Ich würde mich natürlich freuen, wenn sich jene, die uns noch nicht kennen, vielleicht mal anhand der Video ‚Jenseitsflugmaschine’ (www.youtube.com/watch?v=iM7bQFlZwZw) und ‚Moritat des Leierkastenmanns’ (www.youtube.com/watch?v=qgFf2iVMA6M) einen ersten Eindruck machen und dann ggf. auch mal in ‚Geysterstunde’ I und II reinhören. Allen, die uns schon länger die Treue halten, möchte ich anlässlich von 10 Jahren Eden Weint Im Grab herzlich danken. Ebenso unserem Label Einheit Produktionen und unserem Videoproduzenten Rainer ZIPP Fränzen, die uns mit viel Fleiß und Idealismus neue Türen öffnen. Möge euch die Geysterwelt alle wohl behüten!“  

Vielen Dank Alexander für das Interview. Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg auf Eurem Weg.

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